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Pfaffenhofen

04.04.2021

Ein Küken auf dem Sofa: Wie eine Familie aus Pfaffenhofen Huhn "Ketchi" aufzieht

Ketchi, das Küken aus Pfaffenhofen, lebt im Wohnzimmer statt im Hühnerstall.
Foto: Nicole Arican

Plus Kuchen zum Geburtstag und gemeinsames Fernsehen auf dem Sofa: Huhn Ketchi genießt ein besonderes Hühnerleben inmitten seiner Familie in Pfaffenhofen. Wie es dazu kam.

Ketchi ist kein Huhn wie jedes andere. Statt auf der Stange im Hühnerstall zu sitzen, macht die Henne es sich gerne im Wohnzimmer auf dem Sofa bequem. Ketchi pickt auch nicht nach Körnern, sondern bekommt am Kaffeetisch in Pfaffenhofen frischen Hefezopf zu essen. Aber was hat ein Huhn auf dem Sofa verloren, wenn im Garten ein Hühnerstall steht? Dahinter steckt eine kuriose Geschichte.

Familie Arican aus Pfaffenhofen hat schon seit Langem Hühner. Vor vier Jahren brütete eins der Tiere und vier Küken sind geschlüpft. Die Henne hat mit ihren frisch geschlüpften Küken das Nest verlassen, aber ein Ei blieb zurück. Nicole Arican schaute sich das näher an, spürte, wie schwer es ist, versuchte ihr Glück und tatsächlich: Nach zwei Tagen im Brutapparat ist das Küken geschlüpft. Am ersten Tag setzte Nicole Arican das Küken in eine Tupperdose und nahm es sogar mit ins Bett. Dann zog sie Ketchi unter einer Rotlichtlampe in einem Karton auf. Bald darauf schlief Ketchi am liebsten auf der Mikrowelle oder hinter dem Mülleimer in der Küche.

Küken aufziehen für Fortgeschrittene in Pfaffenhofen

Am Anfang fütterte Arican ihr Küken mit Quark aus einer kleinen Spritze, alle zwei Stunden - auch nachts. "Das ist wie mit einem kleinen Baby", sagt Ketchis Ersatzmutter. Das Küken hatte erst noch ganz verdrehte Füßchen, inzwischen stakst das Huhn aber ganz stolz durch die Wohnung. Wie eine Glucke ihrem Küken das Picken beibringt, musste die Hühnerbesitzerin ihrer Ketchi auch das eigenständige Fressen zeigen. "Ein Schnabel ist mir aber noch nicht gewachsen", sagt sie und lacht. Deshalb ist die Familie kreativ geworden und hat einen Plüschvogel gekauft, mit dem sie Ketchi gezeigt hat, wie man pickt.

Familie Arican zieht das Küken mit der Hand auf und füttert es mit Quark.
Foto: Nicole Arican

Es hat funktioniert: Nach zwei Wochen konnte sie selbstständig fressen. Ihre erste feste Mahlzeit waren Tomaten, daher kommt auch ihr Name "Ketchi", als Abkürzung für Ketchup. "Tomaten liebt Ketchi bis heute noch. Sie mag nur keine grüne Nudeln, aber die mag ich auch nicht", sagt Arican. Auch sonst muss Ketchi nicht darben, bekommt Reis, Müsli, Joghurt und Quark.

Nach vier Monaten ist das kleine Huhn in den Stall zu den anderen Tieren gekommen. Aber aller Anfang ist schwer und das war er ganz besonders für Ketchi. In der Wohnung kennt sie sich aus und fühlt sich wohl. Anfangs im Stall hingegen fiepte das Huhn nach seiner Pflegemutter. Auch der fiel die Trennung schwer und sie holte das Huhn schnurstracks wieder ins Haus. Mit der Zeit gewöhnte sich Ketchi aber an den Stall und die anderen Hühner. "Und inzwischen ist sie der Boss unter den Hühnern", sagt Nicole Arican. Obwohl Ketchi im Stall wohnt, kommt sie jeden Tag ins Haus. Dort hat sie ihren festen Platz in der Küche. Wie für Katzen oder Hunde steht dort ein Napf für Ketchi bereit, gefüllt mit Müsli, ihrer Leibspeise. "Katzen und Hunde sind ja auch süß, aber Ketchi ist was ganz Besonderes", sagt Arican.

Ketchi ist in Pfaffenhofen zum Familienmitglied geworden

Inzwischen ist Ketchi ein festes Familienmitglied geworden. Wie Eltern die ersten Schritte ihrer Kinder festhalten, gibt es Videos von dem Huhn, wie es als kleines Küken durch die Wohnung flitzt. Auch das erste Ei wurde fotografiert. Heute ist Ketchi dreieinhalb Jahre alt, thront auf dem Sofa und feiert am 9. Mai ihren vierten Geburtstag mit Kuchen. Auch an Weihnachten bekommt das Huhn Geschenke.

Doch Ketchi ist auch ein sehr eigensinniges und gelegentlich freches Haustier, ihre pinke Hühnerwarnweste mag sie zum Beispiel nicht so gern tragen. Im Sommer flatterte das Huhn einmal auf die Hollywoodschaukel und pickte nach dem Eis am Stiel, das Nicole Aricans Mutter gerade essen wollte. Sie kommentiert die Erinnerung mit den Worten: "Ketchi ist einfach verfressen und verwöhnt." Aber die Familie lässt sie gewähren, denn Ketchi ist für sie ein ganz besonderes Haustier. Und deshalb darf sie, wenn es im Winter kalt wird, auch aufs Sofa hüpfen und mit fernsehen.

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