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Kreis Neu-Ulm

21.03.2017

Ein Kuhdiebstahl, der keiner war

Mitte Januar hatte ein Landwirt einen kuriosen Diebstahl bei der Polizei angezeigt. Zwölf Rinder sollen über Nacht aus seinem Stall entwendet worden sein.
Bild: Ralf Lienert (Symbolfoto)

Die Polizei ermittelt nun gegen den Landwirt aus Meßhofen, der das mysteriöse Verschwinden seiner Tiere angezeigt hatte. Eine zentrale Frage ist nach wie vor ungeklärt.

Vielen Bewohnern des 300-Einwohner-Dorfs ist die Tat von Anfang an seltsam vorgekommen. Zwölf Rinder sollen über Nacht aus dem Stall eines Landwirts gestohlen worden sein, ohne dass jemand etwas bemerkt (hier der Bericht dazu)? Nicht nur in dem Roggenburger Ortsteil Meßhofen selbst, sondern auch im ganzen Landkreis hat das mysteriöse Verschwinden der Tiere Mitte Januar Aufsehen erregt. Wochenlang hat sich die Polizeiinspektion Weißenhorn mit dem Fall beschäftigt und vergeblich auf Hinweise aus der Bevölkerung gehofft. Doch nun gibt es Neuigkeiten.

Keine Hinweise auf einen Diebstahl

Wie die Polizei am Montag mitteilte, sieht sie die Rinderdiebstähle inzwischen als geklärt. „Nach umfangreichen Ermittlungen durch den Sachbearbeiter der Polizeiinspektion Weißenhorn liegen jetzt verdichtende Verdachtsmomente gegen den Landwirt vor, den Diebstahl seiner zwölf Kühe nur vorgetäuscht zu haben“, heißt es im Pressebericht. Auf Nachfrage unserer Redaktion konkretisierte ein Polizeisprecher, dass die Beamten keine Hinweise auf einen Diebstahl gefunden hätten. Es gebe mehr Indizien dafür, dass die Straftat vorgetäuscht wurde.

Als mögliches Motiv für die falsche Anzeigenerstattung gibt die Polizei unter Berufung auf den derzeitigen Ermittlungsstand eine bevorstehende Kontrolle des Veterinäramtes an. Bei dieser Kontrolle wäre demnach ein Fehlbestand bei den Tieren im Stall des Landwirts aufgefallen. Das hätte Nachfragen nach sich gezogen. Grund dieser Kontrolle waren nach Auskunft der Polizei Unzulänglichkeiten in der Tierhaltung.

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Diese Erkenntnisse der Polizei decken sich mit dem, was in Meßhofen schon länger über den Landwirten erzählt wird. Wie bereits berichtet, hat der Mann im Dorf einen schlechten Ruf, was den Umgang mit seinen Tieren angeht. Mehrere Male hatte er bereits Ärger mit der Justiz. Vor einigen Jahren hatte ihn das Amtsgericht Neu-Ulm wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz zu einer Geldbuße verurteilt. Im damaligen Fall war eine Kuh im Stall des Landwirts verendet, weil sie trotz sichtbarer Schwellungen und Abszesse an den Beinen nicht behandelt wurde.

In einem anderen Gerichtsverfahren hatte sich der Mann gegen eine Forderung des Landratsamts Neu-Ulm zur Wehr gesetzt. Die Behörde hatte von ihm verlangt, seinen Bestand an Kühen von zeitweise fast 100 auf 75 Tiere zu reduzieren. Der Fall ging bis vor das Verwaltungsgericht in Augsburg.

Landwirt im Fokus der Polizei

Das Veterinäramt des Landkreises bestätigte, dass der Betrieb in Meßhofen in der Vergangenheit mehrfach kontrolliert wurde. Nähere Informationen dazu, insbesondere zu der Kontrolle, die die Polizei in ihrer Pressemitteilung genannt hat, sind dort derzeit allerdings nicht zu erfahren. Weil es sich um ein schwebendes Verfahren handle, könne man keine Auskünfte geben, heißt es beim Veterinäramt.

Jedenfalls steht der Landwirt selbst inzwischen im Fokus der Polizei. Sie ermittelt wegen des Vortäuschens einer Straftat gegen ihn. Außerdem gehen die Beamten einer weiteren wichtigen Frage nach: Wenn tatsächlich zwölf Rinder im Bestand des Landwirts fehlen, wo sind die dann hingekommen? An welchem Ort die Tiere tatsächlich verblieben sind, ist der Polizei zufolge bislang noch unklar.

Auch wenn der Diebstahl nun geklärt zu sein scheint – abgeschlossen ist der kuriose Fall aus Meßhofen noch nicht.

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