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Weißenhorn

11.08.2018

Ein Leben lang im Dienst der Claretiner

1948 trat Pater Franz Maurer der Ordensgemeinschaft der Claretiner in Weißenhorn bei. Bis heute ist er dieser treu geblieben.
Bild: Alexander Kaya

Pater Franz Maurer wird am Sonntag 90 Jahre alt. Es gibt für ihn und seine Mitbrüder am Claretinerkolleg in Weißenhorn aber noch einen anderen Grund, zu feiern.

Für Pater Franz Maurer ist die Sache eindeutig: „Wenn was los ist, dann muss man auch ein bisschen feiern.“ Das machen er und die fünf weiteren Mitglieder der Claretiner in Weißenhorn am Sonntag, 12. August, auch – und das mit zahlreichen Gästen. Denn Pater Franz wird an dem Tag 90 Jahre alt.

Mit einem Gottesdienst wird dieser Ehrentag begangen, dem mit Alfons Schmid gewissermaßen auch ein alter Bekannter beiwohnen wird. Schmid war früher selbst am Clartinerkolleg und Stadtpfarrer in Weißenhorn, inzwischen ist er Provinzvikar der Claretiner in Deutschland, also der Stellvertreter von Leiter Pater Callistus Joseph. Im Namen der ganzen Provinz der Claretiner wird Schmid Pater Franz für seine Dienste in der Gemeinschaft danken. Dieser gehört der Jubilar inzwischen seit 70 Jahren an. Dieses Ordensjubiläum wird am Sonntag ebenfalls gefeiert.

Weil er studieren wollte, ging er nach Weißenhorn

Schon früh führte der Weg von Franz Maurer ans Claretinerkolleg nach Weißenhorn: Geboren wurde er in Hörenhausen bei Schwendi, er wuchs mit drei Schwestern und zwei Brüdern auf. Wie schon sein ältester Bruder wollte er studieren. „Mein Bruder war in Weißenhorn, deswegen war mir das schon bekannt“, erzählt Pater Franz heute. So trat er 1948 in die Gemeinschaft ein, die ihm auch die Möglichkeit bot, in Frankfurt Philosophie und Theologie zu studieren. Nach seiner Priesterweihe 1956 studierte er in Würzburg Mathematik und Physik.

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Zurück am Claretinerkolleg in Weißenhorn betätigte sich Pater Franz fortan als Lehrer, zudem war er viele Jahre Präfekt und Direktor. An dem Internat wurden zeitweise bis zu 200 Schüler in der fünften bis zehnten Klasse unterrichtet. Die Schule bestand bis zum Jahr 2002. Weil die Zahl der Schüler im Laufe der Zeit immer weiter sank, wurde sie schließlich geschlossen.

Die Mittagsbetreuung und die Hilfe bei den Hausaufgaben gehörten ebenfalls zu den Aufgaben von Pater Franz. Wie Pater Thomas Thakadiyel, der heutige Superior der Hausgemeinschaft, erzählt, bekam der Lehrer über viele Jahre ein Geschenk von einigen seiner Schüler, das sonst keiner der Pater erhielt Als Zeichen ihres Dankes und ihrer Wertschätzung schmückten sie einen Maibaum und banden ihn am Eingang des Claretinerkollegs ans Treppengeländer.

Noch immer hilft er als Seelsorger aus

Womöglich war es die Begegnung mit vielen jungen Menschen, die Pater Franz jung gehalten hat. Er fühlt sich nach eigenen Angaben auch im hohen Alter noch gesund und fit. Hinzu kamen Begegnungen mit vielen anderen Menschen, nicht nur Kolleg und in den Pfarrgemeinden, sondern auch im Krankenhaus und in der Gebetsstätte Marienfried bei Pfaffenhofen. Auch wenn Pater Franz inzwischen schwerhörig ist, ist er bis heute aushilfsweise als Seelsorger tätig. „Wir helfen aus, wo die Pfarrer uns brauchen“, sagt Pater Thomas, der selbst demnächst drei Wochen Urlaub machen wird. Dann übernehmen Pater Franz und sein Mitbruder Pater Peter die Vertretung.

Von den fünf Geschwistern von Pater Franz lebt heute im Übrigen nur noch eine Schwester. Sie ist zwei Jahre älter und als Ordensschwester in der Mission in Südafrika tätig. 1975 habe er sie besucht, erzählt der fast 90-Jährige. Seither habe er über Briefe und Telefonate den Kontakt zu ihr gehalten.

Termin: Der Gottesdienst zum 90. Geburtstag und zum 70. Professtag von Pater Franz beginnt am Sonntag, 12. August, um 10 Uhr in der Kapelle des Claretinerkollegs. Danach gibt es einen Stehempfang.

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