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17.02.2018

Ein Lyriker auf neuen Wegen

Marco Kerler mit seinem Buch „Jedermann stirbt“.
Bild: Marcus Golling

Marco Kerler stellt ersten Prosa-Band vor

Als Marco Kerler den Job als „Stadtschreiber“ bei der Literaturwoche Donau annahm, dachte er noch, dass er einen Lyriktext verfassen würde – wie sonst eben auch. Doch dann stellte ihm Mitorganisator Florian L. Arnold eine Zusatzaufgabe: „Schreib Prosa!“ Der 1987 geborene Kerler hat diese gemeistert, und die Erzählung „Jedermann stirbt“ geschaffen, die nun als erste Veröffentlichung der „Edition Literatursalon Donau“ erschienen ist.

In seiner Rolle als Stadtschreiber hat der Ulmer alle Veranstaltungen der Literaturwoche verfolgt und sich von dem Gesehenen und Gehörten inspirieren lassen. Zunächst habe er sogar mitgeschrieben. „Das wäre aber alles nur für Lyrik zu gebrauchen gewesen“, sagt er. Also ging er einen anderen Weg, löste sich von den Eindrücken und schrieb los. „Jedermann stirbt“ erzählt die Geschichte eines Mannes um die 30, der durchs Leben stolpert und immer wieder andere Identitäten annimmt, weil er von anderen für einen anderen gehalten wird. Kerler nennt es eine „Coming of Age“-Erzählung, aber eben über einen (theoretisch) Erwachsenen.

Obwohl es sich um einen Prosatext handelt, spürt man die Handschrift des Lyrikers. „Man merkt den Rhyhmus“, sagt Kerler selbst, aber eben auch die gedicht-typische Verknappung und Verkürzung. Ein Text, der trotz der neuen Form viel von dem transportiert, was Kerlers schriftstellerische Arbeit ausmacht. Ein Ansporn, noch mehr Prosa zu schreiben? „Ich habe etwas, aber ich weiß noch nicht, was ich damit tue“, sagt der Autor. Derzeit arbeite er an einem neuen Lyrikband.

Kerler präsentiert „Jedermann stirbt“, das von Florian L. Arnold grafisch gestaltet wurde, heute, Samstag, um 19.30 Uhr im Geschäft „Fischerins Kleid“, Fischergasse 6, in Ulm. Danach ist das Buch zum Preis von zehn Euro in der Buchhandlung Aegis an der Hafengasse erhältlich. Gewidmet ist der schmale Band übrigens dem Café Jedermann, das bei der Literaturwoche im vergangenen Jahr noch Schauplatz eines von Kerler kuratierten Lyrikabends war. Seit Dezember ist es geschlossen. (mgo)

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