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Pfaffenhofen

15.12.2013

Ein Pflegeheim für Pfaffenhofen

So soll das Pflegeheim nach seiner Fertigstellung aussehen. Im Sommer 2014 soll mit dem Bau begonnen werden, die Bauzeit soll maximal 18 Monate betragen.
Bild: Grafik: Donhauser Postweiler Architekten

In der Marktgemeinde sollen 60 Einzelzimmer und acht zusätzliche betreute Wohnungen entstehen. Dafür wurden erfahrene Bauunternehmer und Architekten verpflichtet

Die Marktgemeinde Pfaffenhofen bekommt ein Pflegeheim – das haben die Markträte nun einstimmig beschlossen. Auf dem Areal im Ortszentrum sind 60 Betreuungsplätze und acht zusätzliche betreute Wohnungen vorgesehen. Mit dem Bau kann möglicherweise schon im Sommer des kommenden Jahres begonnen werden.

Architekt, Bauunternehmer und Betreiber des geplanten Pflegeheimes stellten das Vorhaben dem Gremium in einer Sitzung vor. Frank Kühnhauser, der beim Bauunternehmen Erl-Bau aus Deggendorf für die Projektentwicklung verantwortlich ist, beschrieb das geplante Angebot (siehe Infokasten). Die Baufirma sei spezialisiert auf Seniorengebäude, habe bereits viele Projekte verwirklicht und sei mit dem bayerischen Staatspreis für Qualität im betreuten Wohnen ausgezeichnet worden. Das Familienunternehmen könne fast alle handwerklichen und bautechnischen Arbeiten selbst übernehmen, erklärte Kühnhauser. Auch die Hausverwaltung werde von Erl-Bau übernommen.

Die Appartements sollen etwa über die örtliche Sparkasse an Kapitalanleger verkauft werden. Diese genössen dann ein bevorzugtes Belegungsrecht für Pflegeplätze, das sich auch auf Familienangehörige erstrecke, sagte Kühnhauser. Den Betrieb der Pflegeeinrichtung übernehme das Ulmer Unternehmen Compassio. Der Pachtvertrag sei zunächst für einen Zeitraum von 25 Jahren abgeschlossen worden.

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Drei Gebäude mit Satteldächern, aufgelockert durch Elemente mit Flachdächern, sollen auf dem 3700 Quadratmeter großen Areal entstehen, schilderte Architekt Markus Donhauser vom Architekturbüro Donhauser Postweiler in Regensburg den Entwurf. Sein Büro sei wie die Baufirma spezialisiert auf die Bedürfnisse von Senioren und barrierefreie Gebäude. Einen großen Vorteil für das geplante Pflegeheim sah Donhauser in der zentralen Lage mitten im Ort. Der Haupteingang solle im Römerweg in Richtung der Kirche eingerichtet werden, das Gebäude könne aber außerdem von der Hauptstraße aus erreicht werden. Inmitten der Gebäude sehen die Architekten einen geschützten Innenhof vor, auf der Südseite sind großzügige Außenanlagen geplant.

Insgesamt stehe den Pflegepatienten mehr Fläche zur Verfügung, als gesetzlich gefordert, beschrieb Wolfgang Frühschütz, Geschäftsführer des Betreibers Compassio. Das Ulmer Unternehmen bietet Seniorendomizile und ambulanten Pflegedienst an. Es stehe bereits fest, dass Claudia Schmid-Beluhli die Einrichtung in Pfaffenhofen als Pflegeleiterin übernehmen solle. Diese leitet momentan den Pflegedienst in einem Compassio-Haus in Ulm. Das Restaurant des Pflegeheims solle mit frisch gekochtem Essen aus einer weiteren Compassio-Einrichtung in Senden versorgt werden.

Die Markträte sahen das Projekt durchweg positiv. Karlheinz Thoma (SPD) erinnerte an einen Besuch in einer Compassio-Einrichtung in Ulm. „Alles, was wir da gesehen haben, wird auch in Pfaffenhofen verwirklicht“, lobte er. Auch die Einbindung ins Ortsbild empfand er als „vorbildlich“. Die anderen Räte äußerten sich ähnlich positiv, hatten jedoch auch noch Fragen.

Anton Rupp (CSU) wollte wissen, ob die Nachbarn dem Projekt zugestimmt hätten. Diese seien Anfang der Woche informiert worden und hätten wenig Bedenken geäußert, berichtete Bürgermeister Josef Walz. Unterschriften gebe es allerdings noch nicht. Rupp bemängelte, dass für den Bau keine örtlichen Handwerker eingeplant seien. Dies sei von vornherein so angekündigt worden, erinnerte Walz, was andere Räte bestätigten. Compassio-Geschäftsführer Frühschütz ergänzte, dass dafür etwa 50 Arbeitsplätze entstünden: „Die Mitarbeiter sollen hier aus der Region kommen.“ Andreas Wöhrle (Freie Wähler) erkundigte sich zum Zeitablauf. Das hinge von der Baugenehmigung ab, sagte Architekt Donhäuser dazu. Spätestens im Sommer 2014 solle der Bau beginnen. Er rechne mit maximal 18 Monaten Bauzeit.

Wer Ansprechpartner der Pflegebedürftigen sei, fragte Hildegard Mack (CSU) nach. „Diese wenden sich direkt an Compassio“, erklärte Projektleiter Kühnhauser. Ob das Heim einen eigenen Arzt habe, fragte Claudia Walk (Freie Wähler). Grundsätzlich gelte freie Arztwahl, beschrieb Compassio-Geschäftsführer Frühschütz. Mack und Marlis Staudenecker (SPD) wollten außerdem wissen, ob es Probleme beim Verkauf der Pflegeappartements geben könne. „Wir haben keine Restbestände aus anderen Projekten“, schilderte Kühnhauser seine Erfahrungen.

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