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30.10.2009

Ein Raubein am Sechssaiter

Ulm Mit legendären Gitarrengrößen wie Johnny Winter und Steve Vai war der 39-jährige Bluesrocker Eric Sardinas schon auf Tournee. Nun bewies der Mann aus Florida im Ulmer Roxy, dass er nicht wie die Jungfrau zum Kinde zu dieser Ehre gekommen ist.

Ein wilder und unberechenbarer Bluesrock

Flink rasen die Finger des exzentrisch gekleideten US-Amerikaners über das Griffbrett und die geschätzten 200 Zuschauer toben schon nach wenigen Stücken. So eine Stimmung hat es im Roxy schon seit Längerem nicht mehr gegeben. Levell Price am Bass schüttelt funkige Läufe aus dem Ärmel und Bernie Pershey am Schlagzeug feuert von seinem Hocker aus mitreißende Donnersalven ab. Der Bluesrock, den Sardinas den Zuschauern vorsetzt, ist wild und unberechenbar. Sein Gesang dröhnt erdig durch die Halle. Äußerlich stellt der 39-Jährige eine Art Hybrid aus dem Guns´n´Roses-Gitarristen "Slash" und dem Aerosmith-Sänger Steve Tyler dar.

Dennoch wirkt der in Fort Lauderdale geborene Barde bei seinen Ansagen eher bescheiden. Höflich wirbt er für sein neues Album "Eric Sardinas and big motor" und ist stets darauf bedacht, seinen beiden Mitstreitern genug Platz für eigene instrumentale Glanzpunkte einzuräumen.

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Gar nicht störend fanden die Gäste des Konzerts die druckvolle Lautstärke, mit der die Noten durch das Roxy schallten. "Ich höre nur noch mit dem Bauch" kichert ein Besucher in Jeansjacke, als er nach dem fast zweistündigen Programm zum Ausgang schlendert und sich ans Ohr fasst. Denn richtiger Bluesrock muss auch eines sein: laut.

Zum Johlen brachte Sardinas sein Publikum noch einmal mit dem letzten Song des Abends, der nicht aus seiner Feder stammt. Den Text vom "Roadhouse Blues" von den Doors kennen die meisten der älteren Zuschauer nur zu gut. Dieser Schluss hat gesessen. "Der kann wieder kommen" lautet ihr Fazit nach dem Auftritt.

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