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Wellness

12.03.2020

Ein Saunafass rollt durch die Region

Das Saunafass ist nicht auf einen Stromanschluss angewiesen, weil es mit Holz beheizt wird und das Licht batteriebetrieben ist. Hier steht es an einem See.
Bild: Sammlung Guffler

Plus Eigentlich wollte Michael Guffler ein Schwitzstuben-Wochenende verschenken. Weil er nicht bekam, was er suchte, wurde der Student selbst zum Unternehmer

Es wurde eine Punktlandung: Am 21. Dezember 2018 stand das rollende Saunafass vor der Tür von Michael Guffler, Heiligabend hatte er sich als Frist gesetzt. Denn der Günzburger wollte seinen Eltern zu Weihnachten ein Wochenende mit einer mobilen Schwitzstube schenken. Weil alle Anbieter schon Wochen im Voraus ausgebucht waren, orderte der Student selbst ein Saunafass in Finnland, ließ sich einen Industrieanhänger maßanfertigen und baute alles zusammen – mit Hilfe seines Vaters.

Bild: Sammlung Guffler

Seine Eltern weihte Michael Guffler schließlich doch noch vor Weihnachten ein. Es sei um viel Geld gegangen, sagt er. Da habe er sich einen Rat einholen wollen. Die Investition hat sich gelohnt: Im Winter ist Gufflers Angebot so gefragt, dass es fast keine freien Wochenenden gibt. Im Sommer war das Interesse geringer. Nun, berichtet er, sei „Michaels Saunafass“ bis Mitte Mai hinein ausgebucht. Die mobile Schwitzstube ist auch in der freien Natur voll funktionsfähig, etwa an einem See. Der Lavastein-Ofen wird mit Holz beheizt, das Saunalicht ist batteriebetrieben. Strom ist also nicht nötig. Einige seiner Kunden, berichtet Guffler, hätten das Saunafass schon an einem See aufgestellt.

"Michaels Saunafass" rollt durch die Region rund um Ulm und bis Stuttgart und München

Der 24-Jährige studiert an der Hochschule Aalen Leadership in Industrial Sales and Technology, auf Deutsch: Führungswesen im technischen Vertrieb. Im Sommer will er mit seiner Masterarbeit beginnen, nebenher ist er Werkstudent beim Kranhersteller Liebherr in Ehingen. Zuvor studierte Guffler an der Hochschule Neu-Ulm und war Praktikant bei Evobus. Das rollende Saunafass ist eine Art Spielwiese für Michael Guffler. „Ich wollte schon länger ein kleines Geschäft aufmache, hatte nicht die passende Idee dafür.“ Wenn er jede Stunde berechne, bleibe nichts übrig, berichtet der Günzburger. Doch beim Saunafass lerne er die Arbeit eines Selbstständigen in der Praxis kennen. Kundengespräche, Reinigung, Anfahrt, Rechnungen: Guffler kümmert sich um nahezu alles, seine Freundin Sophie Grub übernimmt das Marketing.

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Bild: Sammlung Guffler

1,80 Meter hoch ist das Fass, vier sitzende oder zwei liegende Wellness-Freunde haben darin Platz. Weil nach jedem Saunagang eine Erholungsphase folgen sollte, eignet sich das Angebot Guffler zufolge auch für größere Gruppen. Man wechsle sich einfach ab, erklärt er. Wenn der 24-Jährige mit dem Sauna-Anhänger durch eine Stadt fährt, zieht er viele Blicke auf sich: „Das ist wie mit einem Porsche.“ Passanten, erzählt Guffler, machen Fotos. Doch die meisten Kunden kommen übers Internet – und über persönliche Empfehlungen. Und sie kommen von weit her. Guffler chauffiert „Michaels Saunafass“ in alle Orte zwischen München und Stuttgart. Einmal rief sogar ein Interessant aus Speyer an, doch die rund 230 Kilometer Entfernung waren dem Saunavermieter zu weit. Der Kunde sah das ein – und holte das Saunafass kurzerhand ab. Für Michael Guffler ist das ein Beleg dafür, dass sein Angebot im weiten Umkreis etwas Außergewöhnliches ist.

Michael Guffler aus Günzburg vermietet das Saunafass

Wer das Saunafass bucht, bekommt Handtücher, Duftöle und auf Wunsch auch das Holz mit dazu. Bei einem Luxusprodukt wie seinem, findet Guffler, muss alles inklusive sein. Er vermietet seine rollende Schwitzstube beispielsweise als Geschenk, für Pärchenabende, an Fußballmannschaften oder für Gartenfeste. Einmal, berichtet Guffler, sei das Fass eine Überraschung gewesen. Er habe genau zu einer verabredeten Zeit mit dem Anhänger um die Ecke fahren müssen, das Geburtstagskind und die Gäste warteten schon im Bademantel. Er selbst, berichtet der 24-Jährige, sauniere inzwischen viel häufiger als früher: „Und ich bin seitdem nicht mehr krank gewesen.“

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