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Ulm

03.08.2012

Ein Stück Industriegeschichte endet

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Rückseite der Protest-T-Shirts der Iveco-Mitarbeiter. Stralis heißt der in Ulm produzierte Laster-Typ.

Am Freitag war der letzte Arbeitstag in der Ulmer Brummiproduktion. Die Fiat-Tochter Iveco Magirus stellt die Lkw-Produktion in Ulm für immer ein. Das fühlen die Mitarbeiter.

Der letzte Iveco-Lastwagen rollt heute in Ulm vom Band. Die Fiat-Tochter Iveco Magirus stellt die Produktion von schweren Nutzfahrzeugen in der Donaustadt für immer ein. Nach langwierigen Verhandlungen hatte sich die Arbeitnehmerseite mit Iveco auf einen Interessenausgleich ohne betriebsbedingte Kündigungen verständigt.

Entwicklungszentrum bleibt erhalten

Der ursprünglich geplante Abbau von 670 Beschäftigten konnte auf 500 gesenkt werden. "Wir werden gebührend Abschied nehmen von einer über 90-jährigen Geschichte der Ulmer LKW-Montage", sagte Michael Braun von der IG-Metall am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Hunderte Mitarbeiter wollen die letzte Lastwagenproduktion begleiten. Am Standort erhalten bleibt etwa das Entwicklungszentrum, zudem wird von August an ein Kompetenzzentrum für Brandschutztechnik aufgebaut. Beim Entwicklungsbereich mit geplanten 500 Arbeitsplätzen wurde den Angaben zufolge eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2017 erzielt. Weitere 950 Menschen werden künftig im Brandschutz arbeiten.

Die Reaktionen auf der von Betriebrat und Gewerkschaften betriebenen Internetseite "Wir sind Iveco" lassen den Schmerz der Mitarbeiter erahnen. "Ein Schwarzer Tag für uns und für Ulm. Eine Ära geht zu Ende-Was für eine Schande", teilt Barbara Schilonka mit.  Jens Apply: "Es ist eine unglaubliche Leere,  die man in sich trägt. Wir haben gestern um 11 Uhr die letzten Arbeiten erledigt und uns jeder für sich von einer, nicht wiederkehrenden, Arbeit verabschiedet, die wir Jahrelang mit vollem Einsatz erbracht haben. Diese Emotionen, die darin stecken kann niemand nachvollziehen, der dies nicht am eigenen Leib erlebt hat. Diesen Einsatz für ein Produkt, diesen zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen die man da erfährt sucht seinesgleichen. Wir sind Iveco Magirus und werden es auch in Zukunft sein." dpa     

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