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Neu-Ulm

09.02.2018

Ein Zeichen zwischen den Städten

Anja Köhne mit ihrer Installation auf der Gänstorbrücke.
Bild: Alexander Kaya

Die Fotografin Anja Köhne stellt in der „Putte“ und auf der Gänstorbrücke aus. Und zeigt zwei sehr unterschiedliche Seiten ihrer Arbeit.

Für Aristoteles war das Nichts schlicht nicht vorstellbar. Und 2300 Jahre Philosophie- und Wissenschaftgeschichte später geht es uns nicht viel anders: Dass am Ende des Universums einfach nichts sein könnte, das übersteigt die Vorstellungskraft, selbst die von Quantentheoretikern. Um uns herum ist freilich „Nie nichts“, so jedenfalls der Titel der Ausstellung von Anja Köhne, die im temporären Kunstraum „Putte“ eröffnet wird.

Dass sich die 1985 geborene Künstlerin ausgerechnet für das Nichts interessiert, ist angesichts ihrer Sparte ungewöhnlich: Schließlich ist sie Fotografin und als solche eigentlich schon aus dem Rennen, wenn jemand das Licht ausknipst. Doch dann sieht Köhne, die an der Kunsthochschule in der Documenta-Stadt Kassel Bildende Kunst und Experimentelle Fotografie studiert hat, die Sterne, die auf manchen ihrer Fotoarbeiten zu sehen sind. Oder den Rauch eines Lagerfeuers und die Partikel, die im Schein der Flammen wie Sterne wirken.

Die Fotos der Kasselerin erklären nichts, sie zeigen wenig. Und oft sind sie mehrdeutig. Ist das eine Galaxie? Nein, es ist der Sand, den Köhnes Sohn vom Sandkasten in die Wohnung getragen hat. Aber es könnte eben auch ein Blick an den Nachthimmel sein. Und umgekehrt das Sternenpanorama nur ein Häufchen Sand. Anja Köhne ist fasziniert von den Möglichkeiten der Fotografie – und von ihrer Geschichte. So ist ihre Serie mit Skulpturen aus ausgemusterten Kamera-Bauteilen und Foto-Zubehör als Hommage an das Medium zu verstehen: Die Kunstwerke entstanden nur für die Aufnahme, inzwischen existieren sie nur noch als digitale Datei oder Print.

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Für die „Putte“ ist die Ausstellung „Nie nichts“ ungewöhnlich: Schließlich hat sich der Off-Space am Augsburger Tor sonst jungen bildhauerischen Positionen verschrieben. Eine solche präsentiert Köhne im öffentlichen Raum mit dem (nachts übrigens blinkenden) Schriftzug „UND“ an der Gänstorbrücke, der als Bindeglied zwischen Ulm und Neu-Ulm gelesen werden kann, aber nicht muss. „Und ist ein Wort, das verbindet, aber jeder kann selbst entscheiden, was es verbindet“, sagt die Künstlerin.

„Nie nichts“ wird am Freitag um 19 Uhr eröffnet und läuft danach bis 4. März. Öffnungszeiten: Freitag 16 bis 20 Uhr, Samstag/Sonntag 14 bis 18 Uhr. Eintritt frei.

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