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Musik

13.07.2018

Ein erstklassiger Klarinettist

Nemorino Scheliga, der an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart studiert, hat den Wettbewerb gewonnen.
Bild: Dagmar Hub

Nemorino Scheliga gewinnt beim Donau-Instrumentalwettbewerb den ersten Preis. Er und der zweitplatzierte Oleg Shebeta-Dragan hoben sich deutlich vom restlichen Teilnehmerfeld ab

Der vierte Donau-Instrumentalwettbewerb ist entschieden: Beim Abschlusskonzert in der Ulmer Musikschule stellte der Schweizer Fabio di Càsola, Vorsitzender der Jury, dem begeisterten Publikum die Gewinner des mit 6000 Euro dotierten Klarinetten-Wettbewerbs vor, zu dem die Hochschulen der zehn Donauanrainerstaaten im Rahmen des Donaufestes ihre Besten hatten anmelden dürfen. Erstpreisträger ist der 1995 in Frechen geborene Nemorino Scheliga, der an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart studiert, aber der bereits als Solo-Klarinettist im Staatsorchester Stuttgart auftritt. Der zweite Preis ging an den gleichaltrigen Ukrainer Oleg Shebeta-Dragan. Ein dritter Preis wurde nicht vergeben, weil sich Scheliga und Shebeta-Dragan so deutlich von den anderen Teilnehmern abhoben, dass die Juroren zur einstimmigen Entscheidung über die Preisvergabe nur einen Bruchteil der veranschlagten Zeit benötigten, wie Fabio di Càsola berichtete.

Im Abschlusskonzert zeigten die beiden Preisträger, was sie auszeichnet: Nemorino Scheliga, der schon in seiner Kindheit als Ausnahmetalent gefeiert wurde, spielte sich mit herausragender Virtuosität mit einer Fantasie des Cremoneser Komponisten und Scala-Klarinettisten Luigi Bassi über Rigoletto-Motive in die Herzen des Publikums. Der gleiche Effekt bei anderer Spielweise und Neuer Musik: Oleg Shebeta-Dragan überzeugte die Juroren besonders mit einem spektakulären Solostück für Klarinette – mit einer Fantasie des Münchner Komponisten Jörg Widmann, der an der Musikhochschule Freiburg lehrt.

Ein absolutes Novum schenkte Fabio di Càsola dem Publikum: Der Jury-Vorsitzende, Professor für Klarinette an der Züricher Hochschule der Künste, reihte sich unter die Preisträger und spielte zum Jubel des Publikums und begleitet von Alexander Sonderegger Charles-Marie Widors sehr anspruchsvolle Introduction et Rondo B-Dur für Klarinette und Klavier, das der Pariser Organist 1898 komponiert hatte.

Eine Besonderheit gab es auch beim Auftritt des Philharmonischen Kammerorchesters Ulm unter Leitung von Tamás Füzesi: Der scheidende zweite Konzertmeister Eduard Sonderegger und sein Nachfolger Sören Bindemann, zweiter Preisträger des Donau-Instrumentalwettbewerbs 2016, standen mit Füzesi und den anderen Musikern des Philharmonischen Kammerorchesters zusammen auf der Bühne. Sie begleiteten die Sieger des letzten Donau-Instrumentalwettbewerbs, die Kroatin Katarina Kutnar und den Serben Dusan Panajotovic, die mit ihrem Auftritt beim Preisträgerkonzert die Tradition vergangener Wettbewerbe fortsetzten. Beide spielten gemeinsam hingebungsvoll die drei Sätze von Johann Sebastian Bachs Doppelkonzert für zwei Violinen. Für den Donau-Instrumentalwettbewerb 2020 hofft dessen künstlerischer Leiter Volkmar Clauß auf das Cello als Instrument. Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch wünschte sich bei der Preisverleihung, dereinst möge auch sein Instrument, das Schlagzeug, im Mittelpunkt des Wettbewerbs stehen.

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