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19.01.2019

Ein „frecher Artikel“ ärgert Noerenberg

OB lässt Kritik nicht auf sich sitzen

Es war zu erwarten, dass Oberbürgermeister Gerold Noerenberg (CSU) auch diese Kritik nicht auf sich sitzen lassen würde: Der Bund der Steuerzahler hatte in der jüngsten Ausgabe seiner bayerischen Verbandszeitschrift Klartext vor den finanziellen Folgen des Nuxit gewarnt – und dabei auch das Neu-Ulmer Stadtoberhaupt angegriffen. Die Attacke war zwar in Fragen verpackt, aber so formuliert, dass der Leser über die Antwort nicht rätseln musste: „Spielt Prestigedenken doch eine Rolle? Will sich der verantwortliche Oberbürgermeister ein Denkmal setzen?“ Mit fachlichen oder sachlichen Argumenten seien die Nuxit-Bestrebungen nicht zu erklären, heißt es in dem fraglichen Artikel. Noerenberg bestreitet persönliche Motive und verweist darauf, dass ein SPD-Mann den Anstoß zu den Nuxit-Überlegungen gegeben habe. Tatsächlich war es der Stadtrat Karl-Martin Wöhner, der beantragt hatte, Neu-Ulm bis 2026 kreisfrei zu machen. Der OB: „Die mir zugeschriebene initiierende Zündung kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Dementsprechend darf ich auch Ihre kühne Behauptung entkräften, dass ich mir mit der Kreisfreiheit der Stadt Neu-Ulm ein Denkmal setzen möchte“, schreibt er an Rolf von Hohenhau, Präsident des Steuerzahlerbundes Bayern.

Der drei Seiten umfassende Brief Noerenbergs ist in gewohnt wohlgesetzten, nichtsdestotrotz scharfen Worten geschrieben, die wirken, als seien sie mit Chili-Sauce getränkt worden. So heißt es gleich zu Beginn: „Erlauben Sie mir zunächst den Hinweis, dass ich nach der Lektüre des Textes geradezu fassungslos bin und mich ernsthaft frage, auf welcher Grundlage und anhand welcher Quellen dieser, über weite Strecken hinweg nicht nur falsche, sondern auch geradezu freche Artikel entstanden ist.“

In dem Klartext-Artikel vergleicht der nicht namentlich ausgewiesene Autor den Nuxit mit dem Brexit, was den OB besonders ärgert, weil Großbritannien ja einen Bund gleichberechtigter Staaten verlasse, Neu-Ulm sich aber mit dem Landkreis nicht auf Augenhöhe befinde. „Schon allein diese Aussage beweist, dass der Sinn und Hintergrund des Neu-Ulmer Bestrebens nach Kreisfreiheit nicht einmal ansatzweise verstanden wurde“, ätzt Noerenberg. Was die finanziellen Risiken einer Kreisfreiheit betrifft, hält der OB ein anderes Problem für gravierender: „Aktuell stellt die prekäre finanzielle Situation der Landkreiskliniken beziehungsweise der Kreisspitalstiftung die wirkliche finanzielle Gefahr für den Landkreis dar, nicht die mögliche Kreisfreiheit der Stadt Neu-Ulm.“ (hip)

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