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Kirchentag

28.05.2019

Ein großes Miteinander

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Die Friedenstafel auf dem Petrusplatz stand im Mittelpunkt des ersten Neu-Ulmer Kirchentags. Die 800 Plätze auf den Bierbänken waren schnell alle besetzt.

1500 Besucher feiern am Wochenende gemeinsam auf dem Neu-Ulmer Petrusplatz. Die Organisatoren sind begeistert – und sprechen schon von einer Wiederholung der Veranstaltung

„Sucht den Frieden der Stadt“: So lautete das Motto des ersten Neu-Ulmer Kirchentags, der am Wochenende von allen christlichen Gemeinden der Stadt organisiert und bei guter Witterung auf dem Petrusplatz stimmungsvoll über die Bühne gebracht wurde. Im Mittelpunkt stand die Friedenstafel, bei der alle 800 Bierbankplätze besetzt waren. Sinn der Tafel war, dass alle Leute Speisen und Getränke mitbringen – und sie mit ihren Tischnachbarn teilen. Über 100 Helfer der hiesigen Kirchen sorgten dafür, dass insgesamt um die 1500 Besucher völlig entspannt feiern und miteinander ins Gespräch kommen konnten.

Der Kirchentag begann schon am Samstag mit der langen Nacht der Psalmen. Der Jugendreferent der evangelischen Stadtgemeinde, Felix Henkelmann, war die ganze Zeit dabei und berichtete: „150 Leser trugen in der Petruskirche die 150 Psalmen vor. Immer nach 25 Psalmen gab es eine kleine Pause, dann ging es weiter. Das war sehr spannend.“ Es seien immer so um die 100 Besucher da gewesen. „Natürlich war ein Kommen und Gehen, das aber nicht störte. Am Ende, als um 2.27 Uhr morgens der letzte Psalm vorgetragen wurde, waren noch 30 Gäste da. Das war fantastisch. Um 8 Uhr waren wir schon wieder hier und haben aufgebaut.“

So galt es vor allem, die Bierbänke und -tische für die Friedenstafel am Mittag aufzustellen. Dort nahmen Menschen aus vielen Nationen Platz, vermutlich auch nicht nur Christen. Der ökumenische Gedanke beherrschte die Szenerie. Auf den mit Rosenblättern dekorierten Tischen waren abgesehen von den von den Kirchen gespendeten Äpfeln und Mineralwassern vom Wurstsalat über Pizzaschnecken, diverse Salate, Käseteller, Miniwürstchen, Flammkuchen bis hin zu exotischen Speisen, Erdbeeren, Tomaten, Möhren sowie Brot und Brezeln alles zu sehen, was mundet. Dazu gab es eine Kuchentafel. „Bei 60 Kuchen haben wir aufgehört zu zählen“, zeigte sich einer der drei Pfarrer der Petruskirche, Andreas Liedtke, beeindruckt. Es wurde nichts verkauft, nur gespendet und geteilt. Trotzdem verwies Liedtke darauf, dass am frühen Nachmittag bereits Geldspenden in Höhe von 2760,90 Euro eingegangen waren und „da kommt sicher noch ein bisschen was dazu“.

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Die Spenden gehen an zwei Tafel-Einrichtungen: An die Aktion „Gemeinsam genießen“ der Petruskirche sowie an die Aktion „Kostbar“ der Friedenskirche auf dem Wiley-Gelände. Dort können Bedürftige oder Einsame ein dreigängiges Mahl einnehmen. Es wurde aber nicht nur gesammelt, sondern auch ein Fürbittbuch ausgelegt, das mehrfach kopiert und in den Kirchen ausgelegt werden soll.

Neben dem ökumenischen Auftaktgottesdienst mit Pfarrer Johannes Knöller (Petruskirche) und Pastor Thomas Greiner (Friedenskirche) gab es am Sonntag unter anderem Auftritte der Pfuhler Kids, ein offenes Singen, ein Bibelgespräch mit Johannes Knöller, ein Lobpreiskonzert und den Flug zahlreicher Friedenstauben. Die Kinder amüsierten sich auf einer Rollenrutsche, einer Hüpfburg oder beim Menschenkicker. Für jeden war etwas dabei.

Begeistert von der Premiere des Kirchentags zeigte sich vor allem Pfarrer Knöller: „Ich bin erst im Juli vergangenen Jahres aus dem Raum Reutlingen/Pfullingen nach Neu-Ulm gekommen und muss sagen, dieser Kirchentag ist eine großartige Sache. Alleine schon die Psalmennacht. Da kommen alle Gefühle von Hass bis Liebe vor. Das ist Lyrik, das ist Weltliteratur.“ Auch das Fazit von Andreas Liedtke fiel am Ende prächtig aus: „Die Premiere des Kirchentags war ein sehr großer Erfolg. Die christlichen Gemeinden in Neu-Ulm verstehen sich bestens. Die Ökumene setzt ein gutes Zeichen. Wir werden den Kirchentag sicher wiederholen.“

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