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02.06.2009

Ein in Stein gehauenes Gebet

Roggenburg (mde) - "Das gnadenvolle Kreuz des Herrn halte jeden Schaden von uns fern", ist auf dem kunstvollen Feldkreuz zu lesen, das den Vorüberkommenden seit fast 120 Jahren am südlichen Ortsausgang von Roggenburg zum kurzen Innehalten einlädt. Das in Stein gehauene Gebet erinnert an die noch heute üblichen Pfingstbräuche der Flurumritte und des Wettersegens.

"Das Kreuz erinnert uns auch an den Geist des Pfingstfestes, es ist ein Wegzeichen, das alle Gläubigen zu einem kurzen Moment der Ruhe einlädt, egal welcher Geisteshaltung sie sind", sagte Pater Rainer Rommens, der Prior des Klosters Roggenburg, als er das vom "Verein für Heimatpflege Roggenburg" neu restaurierte Kleindenkmal einweihte. Zu der vom Liederkranz Roggenburg musikalisch umrahmten Weihe und dem anschließenden "kleinen Volksfest" konnte der Vorsitzende des Heimatpflegevereines, Ludolf Karletshofer, etwa 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger begrüßen. Unter den Ehrengästen waren Roggenburgs Bürgermeister Franz-Clemens Brechtel, Altbürgermeister und Ehrenbürger Adolf Thoma, der fast vollständige Gemeinderat und der in Roggenburg ansässige Sohn des Grafen Mirbach-Geldern-Egmont, Prinz Lamoral von Hohenlohe Jagstberg zu entdecken. Das schöne Wegzeichen wurde auf Initiative des Vereinsmitgliedes und Heimatforschers Adolf Thoma von den Mitgliedern des Heimatvereines vor dem drohenden Verfall bewahrt, wie der Vereinsvorsitzende Ludolf Karletshofer beim Dank an all jene betonte, die materiell und in ehrenamtlicher Arbeit an der schwierigen Restaurierung beteiligt waren.

Hier hob er neben den aktiven Vereinsmitgliedern die Gemeinde Roggenburg, das Straßenbauamt, den Malermeister Hans Sauter und die Baufirma Biberacher hervor. Bürgermeister Brechtel erinnert in seiner kurzen Festansprache daran, dass Flurdenkmäler prägende Elemente der schwäbischen Kulturlandschaft sind. Sie seien alle in der Absicht entstanden, den Vorübergehenden zur Andacht und zur Fürbitte anzuregen und zu einer besinnlichen Rast aufzurufen. "Der Anlass für Feld- und Wegkreuze war und ist handfest. Wir sind alle auf Gottes Hilfe angewiesen, auf der Straße, bei der Arbeit, bei Krankheit, Hunger und Not. Deshalb lautet der meist gehegte Wunsch, der auf Feldkreuzen zu lesen ist: Gott schütze unsere Fluren", sagte Brechtel. Dem Heimatverein bestätigte er darüber hinaus mit seiner Arbeit und seinen Aktivitäten, wie der Erstellung von 40 Ruhebänken oder der Erhaltung des Brauchtums, einen wichtigen Beitrag zum Leben und zur Entwicklung der Heimat zu leisten. "Heimatpflege kann mithelfen, die drohende Entfremdung des Menschen von seiner Umwelt zu verhinder", meinte Roggenburgs Bürgermeister am Ende des Weihefestes, das dann in einer echten "schwäbischen Hockete" mündete.

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