1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Ein neuer Anlauf für die Osttangente Senden

Senden

08.11.2018

Ein neuer Anlauf für die Osttangente Senden

Ein übliches Bild in Senden: Viele Autos verstopfen die Straßen. Mit mehreren kleinen Umbauten will die Stadt Abhilfe schaffen, wie etwa einer Rechtsabbiegespur an der Kreuzung Richtung Iller-Center im Norden (auf unserem Bild zu sehen).
Bild: Alexander Kaya

Immer mehr Autos verstopfen die Straßen in Senden. Ein Ingenieurbüro sieht nur eine Lösung: Die Umfahrung muss her. Diese Idee wurde vor 13 Jahren schon einmal konkret.

Irgendwann wird alles ein zweites Mal modern. Diese Erfahrung verbinden die meisten wohl eher mit der Mode – doch sie kann auch für Ideen gelten. Im vorliegenden Fall geht es um die Osttangente. Die älteren Bürger aus Senden werden sich gut daran erinnern, dass dieses Thema vor ziemlich genau 13 Jahren in der Stadt in aller Munde war. Nun fassen Stadträte und Verwaltung die Umgehung erneut ernsthaft ins Auge. In der Sitzung des Stadtrats am Dienstagabend beschloss das Gremium, dass die Verwaltung mit dem Staatlichen Bauamt Krumbach abstimmen soll, wie es in Sachen Osttangente weitergehen kann.

Zur Entscheidung trug auch das neue Verkehrskonzept bei, das im Rahmen des integrierten Stadtentwicklungskonzepts (Isek) angefertigt wurde. Michael Preuß vom Ulmer Büro Modus Consult stellte es in der Sitzung vor. Die Kernbotschaft: Alleine eine Ostumfahrung ermöglicht eine Entlastung der Straßen in der Stadt. Der Verlauf steht noch nicht fest, ist aber ähnlich angedacht wie damals. Von der Römerstraße östlich von Wullenstetten soll die Umfahrung über den Grundweg zur B28 führen _ und möglicherweise noch weiter bis zur Kreisstraße NU3 zwischen Aufheim und Holzschwang. Dabei soll es einen Anschluss an die Bundesstraße geben. Dieser sei damals geprüft und für möglich befunden worden, so der Planer. Die Ostumfahrung müsse also vorangetrieben und während der Planungs- und Bauphase der Verkehr im Ort durch kleinere Verbesserungen so erträglich wie möglich gestaltet werden. Als Beispiel dafür nannte Preuß ein Parkleitsystem. Dieses helfe etwa Autofahrern, schnell einen Platz zu finden – so seien weniger „Suchende“ unterwegs. Zudem müsse auf die Umwelt gesetzt werden, indem etwa die Radwege im Zentrum und zwischen Innenstadt und Sendener Norden ausgebaut werden. „Nur auf ein Umdenken zu hoffen, reicht nicht, es muss etwas geändert werden“, sagte Preuß in der Sitzung.

Wie man die Osttangente attraktiver machen kann

Wenn die Osttangente da ist, muss sie für Autofahrer als attraktivster Weg gelten. Dafür, so Preuß, könne man Widerstände auf den viel befahrenen Durchgangsstrecken einbauen, etwa auf der Kemptener und Langen Straße sowie der Bachstraße. „Es sollte für die Autofahrer nicht so komfortabel sein, auf der Kemptener Straße durch Senden zu kommen“, sagte der Planer.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die Räte waren daran interessiert, was konkret als Nächstes passiert. Während die Osttangente geplant werde, was mindestens 15 Jahre dauere, wolle man an der bestehenden Situation etwas ändern. Denn Zahlen des Planungsbüros sagen bis 2034 eine Zunahme des Verkehrs um weitere 14 Prozent voraus. „Die Erfahrung zeigt: Wir beschließen ein Konzept und dann landet es in der Schublade“, sagte Maren Bachmann (SPD). Damit spielte sie wohl auch auf den damaligen Beschluss für die Osttangente an – einschließlich eines Verkehrskonzepts, das nie mehr auftauchte. Im April 2005 hatten die Räte in einer Sitzung für die Osttangente gestimmt. Unsere Zeitung berichtete von einem „zukunftsweisenden Beschluss“ und dass die „Weichen für die Ostspange gestellt“ seien. Die Fraktionen verlangten damals nahezu einhellig schnelle Lösungen. Einige Wochen später im Bauausschuss wurde es konkreter: 3,5 Kilometer Umgehungsstraße sollten für mindestens 3,5 Millionen Euro gebaut werden.

Wo soll die Osttangente verlaufen - und wer bezahlt sie?

Schon damals tauchten dieselben Fragen auf, die auch jetzt auf eine Lösung warten: Wo genau soll die Trasse verlaufen – auch im Hinblick auf den Waldfriedhof? Funktioniert ein Anschluss an die B28 oder am Autobahndreieck Hittistetten? Gelingt es, vor allem ortskundige Autofahrer von der überfüllten Bachstraße und Langen Straße auf die Osttangente zu bringen? Wer trägt die Kosten? Vor 13 Jahren hieß es, dass Senden das Projekt weitgehend selbst hätte finanzieren müssen. Damals wie heute ist aber kein Geld da.

„Wir stehen jetzt wieder am Anfang der Planung“, sagte Preuß. Dass diese dauern kann, zeigt ein Beispiel aus Vöhringen. Bis die Umfahrung der Ortsteile Illerberg und Thal auf dem Weg zur A7 fertig war, vergingen 30 Jahre. Die Stadträte gaben jetzt grünes Licht, außer den Grünen und Rainer Sandberg (CSU) stimmten alle dafür, Gespräche mit dem Staatlichen Bauamt Krumbach aufzunehmen. Parallel soll in Senden der öffentliche Nahverkehr verbessert werden. Dieser sei „grauenhaft“, sagte etwa Rainer Strobl (CSU). Theo Walder (CSU) schlug vor, einen Halt im Sendener Norden einzurichten oder einen Shuttle vom Bahnhof dorthin anzubieten, der von den Händlern mitfinanziert werden könnte. Dazu soll die Verwaltung mit den Anbietern im Nahverkehr sprechen, beschlossen die Räte einstimmig.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20KAYA4420.tif
Senden

In der Hauptstraße in Senden gilt jetzt Tempo 20

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser Morgen-Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen