Newsticker
Spahn: Schnell- und Selbsttests könnten helfen, Veranstaltungen zu ermöglichen
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Ein neues Unternehmen will Holzheim einheizen

Holzheim

25.01.2019

Ein neues Unternehmen will Holzheim einheizen

Die Abwärme der Holzheimer Biogasanlage soll für ein Fernwärmenetz in der Gemeinde genutzt werden.
Bild: Willi Baur (Archivfoto)

Das Interesse der Bürger an einer Infoveranstaltung über das Fernwärme-Projekt in Holzheim ist groß. Der Versorger nennt einige Details.

Schon Ende 2020 könnten mehr als 90 Haushalte in der Gemeinde Holzheim mit Fernwärme versorgt werden. Das wurde am Mittwoch bei einem Informationsabend im rappelvollen Schützenheim deutlich. Dabei kamen auch die Kriterien für eine Realisierung des Projekts und detaillierte Konditionen zur Sprache.

Eingeladen hatten die Renergiewerke Holzheim, nach eigenen Angaben eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der GP Joule GmbH mit Sitz unter anderem in Buttenwiesen im Kreis Dillingen. Die Ziele der Neugründung: Eine Nutzung der örtlichen Biogasanlage für die Versorgung mit Fernwärme, aber auch mit Strom aus erneuerbaren Quellen, die Installation und den Betrieb von Ladesäulen für Elektroautos inklusive. „Wir sehen gute Chancen für eine Umsetzung des Vorhabens“, sagte Julia Prey, die gemeinsam mit Martina Serdjuk und weiteren Vertretern des Unternehmens die einzelnen Aspekte des Projekts vorstellte.

140 Haushalte könnten mit der Biogasanlage versorgt werden

Für dessen Start benötigt der Versorger demnach mindestens 90 verbindliche Anschlussanträge, von der Lage der jeweiligen Grundstücke her zudem „optimal angeordnet“. Prey: „Ein alleiniger Interessent am Ende einer Straße kann nicht mit einem Anschluss rechnen.“ Ungefähr 140 Haushalte könnten mit der bestehenden Biogasanlage versorgt werden. Insofern soll sich die Planung des Rohrnetzes an der Nachfrage orientieren. Ende Mai will das Unternehmen dazu eine erste Bilanz ziehen. Eine flächendeckende Versorgung des Ortsgebietes ist jedenfalls nicht vorgesehen.

Garantieren will der Betreiber indes schnelle Ersatzmaßnahmen bei einem Ausfall oder Störungen der Biogasanlage. „Wir haben viel Erfahrung auf diesem Gebiet“, versicherte Prey, schließlich betreibe die Firmengruppe mehrere vergleichbare Anlagen, unter anderem in Mertingen bei Donauwörth. Wegen gesetzlicher Vorgaben sind Anschlussverträge und Versorgungsgarantie Martina Serdjuk zufolge zwar auf zehn Jahre befristet, „aber wir wollen und müssen die Anlage natürlich langfristig betreiben“. Schließlich würden für das Leitungsnetz Stahlrohre verbaut. „Eine Lebensdauer von 50 Jahren und mehr ist damit kein Problem.“ Bis Juli will der Anbieter auf Basis der Anschlussverträge sein Konzept komplettieren, anschließend die Detailplanung vornehmen und den Bau vorbereiten. „Wenn es optimal läuft, könnte die Versorgung gegen Ende 2020 anlaufen“, sagte Prey.

Ursula Brauchle: "Eine einmalige Chance für Holzheim"

Bürgermeisterin Ursula Brauchle mahnte, bei Planung und Bau die Neugestaltung der Dorfmitte zu berücksichtigen. Natürlich müssten die technischen und finanziellen Voraussetzungen stimmen, sagte sie, „aber dann ist es eine einmalige Chance für Holzheim und für uns alle“. Neben etwa 100 Bürgern und der Kommune haben am Mittwochabend auch Vertreter der Kirche und örtlicher Vereine Interesse an einem Anschluss ihrer Immobilien signalisiert.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren