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Senden

30.04.2020

Ein ruhiger Abschied für Sendens Bürgermeister Raphael Bögge

Lockere Sitzordnung im Bürgerhaus in Senden: Die Verabschiedung von Raphael Bögge und den ausscheidenden Stadträten fand in ungewohntem Rahmen statt.

Plus Der Dank an Bürgermeister Raphael Bögge und die ausscheidenden Stadträte fällt in Senden wegen Corona vergleichsweise kurz, aber herzlich aus.

Zum letzten Mal ist das aktuelle Sendener Gremium zusammengekommen, zum letzten Mal haben einige Räte die Hand zur Abstimmung erhoben, zum letzten Mal hat Bürgermeister Raphael Bögge eine Sitzung geleitet. Am Dienstagabend wurden im Stadtrat ausscheidende, teils altgediente Gremiumsmitglieder verabschiedet – und auch Sendens Bürgermeister Raphael Bögge, der den Titel ab dem 1. Mai nicht mehr trägt. Der Abschied fällt vergleichsweise kurz aus.

Es sind merkwürdige Bilder, die sich derzeit in den Stadt- und Gemeinderäten zeigen: ungewohnte Räume, ungewohnte Sitzordnungen und Gesichter, die hinter Masken verborgen sind. Auch im Sendener Bürgerhaus sitzen Räte und Zuhörer mit Masken da, Abstände zwischen den Stühlen erlauben keinen kurzen Plausch im Flüsterton.

Sie verlassen den Stadtrat: (von links) Otto Fülle, Hans Ullrich, Rainer Sandberg, Nicole Rinke, Franz Brenner und Herbert Rupprecht.

Die Tagesordnung ist kurz, die letzte Sitzung der Amtsperiode 2014 bis 2020 relativ schnell vorbei – bei Abschieden gibt es auch weniger Diskussionsstoff als bekanntlich in so mancher Sitzung in den vergangenen sechs Jahren. Bürgermeister Raphael Bögge verabschiedete sozusagen als letzte Amtshandlung neun Stadträte, die im zukünftigen Gremium nicht mehr vertreten sind. Darunter Franz Brenner ( CSU), der stolze 42 Jahre lang die Geschicke der Illerstadt mitlenkte. Er erhielt 1997 die kommunale Dankurkunde und außerdem die kommunale Verdienstmedaille in Bronze für sein Engagement. Rainer Sandberg wird nach insgesamt zwei Jahren ebenso den Stadtrat verlassen. CSU-Fraktionsvorsitzende Claudia Schäfer-Rudolf ergänzte, wie engagiert die beiden Räte waren. Franz Brenner sei zudem in den 42 Jahren stets eine Art väterlicher Freund für alle Neuen in der Kommunalpolitik gewesen. „Er hat uns daran gehindert, alte politische Fehler noch mal zu machen, und war gleichzeitig offen für Neues.“

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Verabschiedet wurde auch Hans Ullrich, der für die SPD insgesamt 30 Jahre lang im Sendener Gremium saß. Er erhielt 2008 die kommunale Dankurkunde. Parteifreund Georg Schneider bedankte sich nochmals ausführlich bei Ullrich. Und auch dieser selbst ergriff das Wort: „Danke an alle, vor allem an die alten Hasen, mit denen ich 30 Jahre lang gut zusammengearbeitet habe.“ Doch irgendwann sei Schluss, nun habe er Zeit, sich um seine zehn Enkel zu kümmern.

Abschied aus dem Stadtrat: Räte waren engagiert

Raphael Bögge verabschiedete sodann von den Freien Wählern Otto Fülle, der dem Rat von 2015 bis 2020 angehörte, und Herbert Rupprecht, der ebenso 2015 nachgerückt war. Edwin Petruch ergänzte, es sei ihm ein großes Anliegen, Danke zu sagen. „Die Wahlen sind so ausgefallen, dass ihr diesmal leider nicht dabei seid.“ Er überreichte Geschenke an die beiden Männer. Nicole Rinke von den Grünen saß von 2014 bis 2020 im Stadtrat. Grünen-Chef Helmut Meisel bedankte sich bei ihr und der abwesenden Daniela Niegl. Beide seien angenehm, freundlich und sachlich gewesen, „es hat uns gefreut, mit euch zusammenzuarbeiten“, sagte Meisel. Nicht in der Sitzung anwesend waren außerdem Arne Sandberg und Astrid Birkholz (UBG).

Am Ende der letzten Sitzung der aktuellen Wahlperiode wurde Raphael Bögge von Zweitem Bürgermeister Josef Ölberger verabschiedet: „Demokratie lebt vom Wechsel, das wissen alle, die sich für ein politisches Amt zur Verfügung stellen und ich denke, das ist gut so“, sagte Ölberger zu Beginn. Es sei keineswegs eine persönliche Katastrophe, eine Wahl zu verlieren. Bögge sei mit 34 Jahren einer der jüngsten Bürgermeister Sendens gewesen – und vielleicht deswegen „mit Vollgas, Ehrgeiz und auch ein bisschen ausgestattet mit dem so sprichwörtlich ‚westfälischen Dickkopf’ an die Aufgabe herangetreten“. Dass es dabei nicht immer geglückt sei, zu einer Lösung im Einvernehmen mit der Mehrheit im Stadtrat zu kommen, habe ihn nicht aufgehalten oder entmutigt, „es hat dich aber sicher belastet“, sagte Ölberger.

Josef Ölberger hielt eine Dankesrede auf Raphael Bögge.

Bezahlbarer Wohnraum in Senden zu schaffen, sei eines von Bögges großen Zielen gewesen, zudem das Ehrenamt, die Unterstützung der Vereine und insbesondere der Feuerwehren. Auch der Ausbau der Kindertagesstätten, eine der Pflichtaufgaben der Stadt, sowie die Erstellung des Isek, des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts, fiel in seine Amtszeit. Ölberger bedankte sich im Namen der Stadt Senden bei Bögge sowie persönlich für den Respekt und das entgegengebrachte Vertrauen in den sechs Jahren als einer der Stellvertreter.

Raphael Bögge bedankt sich

Raphael Bögge selbst bedankte sich hörbar gerührt. Mit seinem Ende als Rathauschef in Senden seien nun 21 Jahre in der Kommunalpolitik vorübergehend zu Ende. Mit zittriger Stimme dankte er Ehrenamtlichen der Stadt und dem Stadtrat, es sei nicht immer einfach gewesen, aber zielorientiert. Er gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Hinweis in eigener Sache: Unsere Redaktion wollte ein Abschiedsporträt über Raphael Bögge veröffentlichen, doch eine entsprechende Anfrage blieb leider unbeantwortet.


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30.04.2020

Bravo Raphael, sowohl für die in den letzten 6 Jahren geleistete Arbeit, als auch für die Nichtbeantwortung einer Anfrage der NUZ wegen eines "Abschiedsportraits". Warum solltest du einer Zeitung/Journalistin, die monatelang kommentarlos keine deiner/unserer Pressemitteilungen veröffentlicht hat und statt dessen nur Hetzartikel gegen dich geschrieben hat, auf eine solche Anfrage antworten?

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