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Bluesherbst

18.11.2017

Ein würdiger Abschluss

Johnny Rawls zeigte im Charivari sein Können.
Bild: Rolf Weber

Johnny Rawls begeistert das Publikum im Ulmer Charivari mit seiner weichen Stimme, souligen Gitarrenklängen – und elegantem Hüftschwung

Welch ein Abschluss des diesjährigen Bluesherbstes am Donnerstagabend im Charivari! Einer der ganz Großen des amerikanischen Soul-Blues, Johnny Rawls, kam nach Ulm, um die Fans dieser ewig jungen Musik zu beglücken: Und er sang und spielte sie dabei in den siebten Himmel. Da wunderte es niemand, dass dieser 1951 in Columbia geborene Amerikaner mit seinen Kompositionen ein Dauerabonnent für den „Blues-Music-Award in den Staaten hat.

Die Karriere des Musikers mit der sanften Stimme klingt wie ein Märchen: Als der kleine Johnny zum ersten Mal seinen Großvater die Bluesgitarre spielen hörte, war es um ihn geschehen. Von dieser erdigen Musik infiziert, begleitete Rawls schon in seiner Highschool-Zeit Musiker wie Joe Tex und Z.Z. Hill mit seiner Gitarre, wurde in den Siebzigerjahren Leader der „Ace of Spades Band“ und durfte auch den Bluesgott B.B. King begleiten. Als der auch seine Stimme hörte, war er begeistert und förderte das Nachwuchstalent nach allen Kräften. Doch erst 1996 veröffentlichte Johnny Rawls sein erstes Soloalbum, über ein Dutzend sollten bis heute folgen.

Er wurde selbst ein Star, der das Publikum mit unvergleichlichem Charme umwickelt und zum Klatschen und Mitsingen animiert. Ulm ist einer von wenigen Orten auf seiner diesjährigen Europatournee. Begleitet wird der Blues- und Soulsänger von den Urgesteinen der europäischen Bluesszene „The Özdemirs“ – benannt nach dem Bassisten Erkann Özdemir und seinen beiden Söhnen – und dem italienischen Alberto Marsico mit seinem gefühlvollen Orgelspiel. Die Band ist in allen Richtungen der amerikanischen Rootsmusik zu Hause und wird gerne von renommierten US-Musikern für ihre Europatourneen gebucht.

Mit dem Titel „Red Cadillac“ von der gleichnamigen CD stimmt Johnny Rawls das Publikum im ausverkauften Charivari auf einen blues-souligen Abend der Extraklasse ein. Bei „Beast of Burden“ singt das eigentlich zurückhaltende Ulmer Publikum schon mit und als der Musiker zu „Shake It Baby“ seinen eleganten Hüftschwung präsentiert, sind die Fans vollends aus dem Häuschen.

Natürlich singt und spielt Rawls auf seiner Gitarre auch perfekt Klassiker von Muddy Waters, produziert dabei intensive Gefühle, die auch im zweiten Teil seines Konzertes immer wieder geweckt werden: Dann kommt auch die Band mit seinen jungen Musikern Kenan und Levent Özdemir als Solisten zur Geltung. Was lange nachwirkt, ist die Verschmelzung von Johnny Rawls’ Stimme mit dem hochsensiblen Orgelspiel von Alberto Marsico zu einer wunderbaren Klangsymbiose, einem Leckerbissen für Kenner. Das Publikum fordert begeistert nach zwei Stunden Soul- und Blues-Faszination Zugaben, die sie von den nimmermüden Jazzern gerne bekommen.

Ein Höhepunkt des Bluesherbstes, mit dem die Charivari-Macher insgesamt glücklich sein können: Zwei ausverkaufte und ein gut besuchtes Konzert im Bluestempel der Region sind eine optimale Bilanz. Nächstes Frühjahr geht es weiter mit den 42. Ulmer Bluestagen, bei denen wieder internationale Stars der internationalen Bluesszene auf der Charivari-Bühne stehen werden.

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