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Sozialarbeit

11.05.2018

Eine Frau für die Jugendhilfe

Den Mädchen fehlt in Senden mittlerweile eine weibliche Bezugsperson. Das hat sich bereits negativ ausgewirkt

Die Sendener Stadtverwaltung hofft, die offene Stelle in der Stadtjugendpflege so bald wie möglich besetzen zu können. Nach dem raschen Weggang einer neu eingestellten Fachfrau im April, die Senden nach nur vier Tagen wieder verließ, wurde die Stelle erneut ausgeschrieben. Ohne weibliche Bezugsperson kämen derzeit weniger Mädchen in den Jugendtreff am Rathaus, heißt es im Bericht des nunmehr einzigen Stadtjugendpflegers, den der Schul- und Kulturausschuss jetzt diskutiert hat.

Zwischen 29 und 36 Besucher verbuchte das Jugendcafé „Style“ im vergangenen Jahr durchschnittlich pro Öffnungstag. Jugendpfleger Benjamin Miller bietet dort unter anderem einen offenen Treff sowie einmal wöchentlich einen Mädchen- sowie einen Jungstreff für Kinder an. Das „Style“ werde aktuell überwiegend von türkischstämmigen männlichen Jugendlichen besucht, aber auch Jugendliche aus Deutschland und anderen Nationen seien dort.

Neu hinzugekommen sind laut dem Bericht junge Leute aus Bulgarien sowie Roma. Unter anderem wurden im vergangenen Jahr kleine Billard- oder Tischkicker-Turniere veranstaltet, mit den Jugendlichen ein „Zockerraum“ eingerichtet sowie individuelle Hilfe etwa bei Bewerbungen oder Formularen geleistet.

Wegen der in den vergangenen Jahren verlässlicher gewordenen Betreuung durch festes Personal seien viele Probleme kleiner geworden, berichtet Miller außerdem. Das gelte etwa für Verhaltensregeln im Treff, pfleglichere Behandlung des Inventars und das Einhalten auch gesetzlicher Regelungen bezüglich Alkohol oder Drogen.

Wünschenswert sei eine Besetzung der zweiten Stelle mit einer Frau, denn im Moment fehle es an einer weiblichen Ansprechpartnerin, die Mädchen geschlechtsspezifisch beraten und entsprechende Angebote machen könne. Zwar gebe es im Treff die Möglichkeit, übers Freiwillige Soziale Jahr eine weibliche Kraft einzustellen, doch weil die FSJ-Stellen jährlich neu besetzt werden, stelle sich kein tiefer gehendes Vertrauen ein. Auch erschwere es die Beratungssituation, dass die FSJler keine Fachkräfte und meist nur wenig älter seien als die jugendlichen Besucher.

Was den Jugendlichen laut dem Bericht im Jugendtreff fehlt, sind Aufenthaltsmöglichkeiten draußen. Zudem stößt manchem Jugendlichen die direkte Nähe zu Rathaus und Polizei auf. „Die aktuelle Unterbringung des Jugendcafés, das nicht den gängigen Vorstellungen eines Jugendhauses entspricht, erschwert eine langfristig fruchtbare sowie nachhaltige Jugendarbeit“, schreibt Benjamin Miller. Zudem denkt er über einen neuen „Kidstreff“ nach, bei dem Jungen und Mädchen zweimal pro Woche zusammentreffen.

Sobald die Jugendpflege wieder mit zwei Kräften besetzt sei, könne auch über aufsuchende Jugendarbeit beziehungsweise Streetwork nachgedacht werden, sagte Bürgermeister Raphael Bögge auf die Frage von Rainer Strobl (CSU). „Es wäre sinnvoll, wenn die zweite Kraft eine Frau wäre, denn jetzt fehlte es an entsprechenden Angeboten“, meinte Hans-Manfred Allgaier (CFW/FWG). „Wir sollten froh sein, wenn wir überhaupt jemanden finden“, glaubte Claudia Schäfer-Rudolf (CSU). Eine geschlechtsspezifische Ausschreibung sei ohnehin unzulässig, so Bögge. (ahoi)

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