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Gerlenhofen

12.02.2015

Eine Halle, zwei Gleise, viele Fragen

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Zwei Themen dominieren bei der Bürgerversammlung in Gerlenhofen – konkret wird es jedoch selten.

Verständnisloses Kopfschütteln, zustimmendes Nicken, leiser Ärger, lautes Lachen – die Bürgerversammlung im Neu-Ulmer Stadtteil Gerlenhofen bot am Mittwochabend eine breite Palette an Emotionen. Nach rund eineinhalb Stunden blieb bei den rund 150 Bürgern, die in die Ulrichshalle gekommen waren, aber vor allem eines: Ratlosigkeit. Zumindest bezüglich der Fragen, die ihnen unter den Nägeln brannten.

Diese bezogen sich im Wesentlichen auf zwei Dinge: den Gerlenhofer Bahnhalt sowie die Turnhalle in der Ortsmitte. Beides ist mittlerweile in die Jahre gekommen und bedarf in Zukunft einer gewissen Veränderung. Doch wie diese aussehen, wann es so weit sein und welche Folgen das für die Bürgern haben wird – all diese Fragen konnten auch Oberbürgermeister Gerold Noerenberg und seine nach Gerlenhofen gekommene Entourage nur bedingt beantworten. Das lag weniger an deren Sachverstand als vielmehr am aktuellen Planungsstand der beiden Projekte.

Zur Ulrichshalle: Sie muss saniert werden. Mindestens. Wenn nicht sogar neugebaut werden. Diese Nachricht ist schon einige Jahre alt, doch weil es seither immer ruhiger um die Mehrzweckhalle mitten im Ort wurde und mittlerweile auch die Wirtin das Weite gesucht hat, zeigten sich einige Bürger doch etwas beunruhigt. Mehrere sprachen sich für einen Neubau und gegen eine Sanierung aus. Einer betonte den Wunsch, dass auch eine neue Halle unbedingt wieder eine Bühne haben sollte, ein anderer die Bitte, sich vor einer Entscheidung mit den Vereinen abzusprechen.

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Oberbürgermeister Noerenberg und Stadtbaudirektor Markus Krämer wurden schließlich nicht müde, zu erklären, dass es zum einen noch keine fertigen Planungen gebe und zum andern das Geld eine gewichtige Rolle bei der Entscheidung spiele, ob eine Sanierung oder ein Neubau sinnvoller ist. Zumal auch die Seehalle und Pfuhl und die Iselhalle in Burlafingen in den nächsten Jahren modernisiert werden müssen. „Es liegt nicht am Wollen, sondern am Können“, sagte Noerenberg und erklärte, dass eine neue Halle „auch mich als Oberbürgermeister schmücken würde.“ Die Frage sei jedoch, ob sich die Stadt das leisten könne. „Wir können die Halle ja nach ihnen benennen“, rief ein Bürger daraufhin und sorgte damit für Erheiterung. „Damit ich dann, wie Ratiopharm, 1,5 Millionen Euro für die Namensrechte zahlen muss?“, fragte Noerenberg. So verließen sich die Gerlenhofer schlussendlich auf die Zusagen der Verwaltung, dass genau geprüft werde, was die wirtschaftlichste Lösung für die Halle sei. Außerdem würden Bürger informiert und beteiligt, sollten die Planungen konkreter werden.

Ähnliches gilt auch für die Entwicklung der Bahnstrecke durch Gerlenhofen. Noerenberg und Krämer klärten auf, dass sich der Stadtrat jüngst für eine Verlegung des Bahnhaltes in die Ortsmitte und die Umgestaltung des Bahnübergangs St. Wolfgang–Straße stark gemacht hat, um die gewünschte Zweigleisigkeit nach vorne zu bringen. Jedoch würden die Mühlen bei der Deutschen Bahn nicht ganz so schnell mahlen, so dass auch hier noch keine konkreten Aussagen getroffen werden könnten. Die Bedenken eines Anwohners, ein – aus seiner Sicht unnötiges – zweites Gleis würde zu noch mehr Zuglärm führen, wischte Noerenberg mit der Argumentation vom Tisch, erst ein zweites Gleis würde den Anwohnern Lärmschutzwände zugestehen. „Dann schaue ich künftig auf die Berliner Mauer statt in die Natur“, erklärte der Bürger kopfschüttelnd.

Eine fixe Zusage gab es für Gerlenhofen an diesem Abend dann aber doch noch: Zwar wird der Radweg nach Aufheim wegen eines uneinsichtigen Grundstücksbesitzers so schnell noch nicht kommen, dafür erneuert das Bauamt in Krumbach aber noch dieses Jahr den Belag der Straße, so dass es Radler dort wieder etwas leichter haben.

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