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Ulm

21.05.2016

Eine Theater-Premiere tatsächlich „Wie im Himmel“

Aus einem Kirchenchor wird ein Ensemble, das die Herzen bewegt: Dirigent Daniel Daréus (vorne) findet in der schwedischen Provinz seine Erfüllung.

Nach der jüngsten Premiere im Großen Haus zeigen sich die Zuschauer begeistert – und zutiefst gerührt.

Minutenlange Ovationen: Mit Cordula Jungs Inszenierung des Schauspiels „Wie im Himmel“ nach dem gleichnamigen Film von Kay Pollack schafft es das Theater Ulm erneut, mit einem hoch emotionalen Stück beim Publikum Gänsehaut zu verursachen. Die NUZ fragte Besucher nach der Premiere.

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Die Stuttgarterin Nora Stahl und die Essenerin Amelie Lopper besuchen beide das Ulmer Aicher-Scholl-Kolleg. Die beiden jungen Frauen sind „total begeistert“ von der Inszenierung. „Unglaublich!“, wertet Stahl, die Kay Pollacks Film im Gegensatz zu ihrer Freundin nicht kannte. „Man vergisst völlig, dass man im Theater ist und dass das Ganze auf der Bühne stattfindet.“ Ihre Freundin ergänzt: „Man wird selbst Teil der Musik, dadurch dass der Klang am Ende von allen Seiten kommt und den ganzen Raum ausfüllt. So etwas möchte man selbst gern erleben, selbst Teil von einem solchen Chor sein und erleben, wie viel Menschen bewirken können mit der Musik.“ Stahl findet es besonders schön, dass die Musik im Stück eine so große Rolle spielt. „Es war sehr, sehr gut. Man erlebt emotional im Raum ganz viel.“

Begeistert ist die Ulmerin Rosa-Maria Baumann. „Man kommt sich im Stück vor als wäre man Teil der Chorproben. Das Stück hat mir ausgesprochen gut gefallen. Ich war schon in der Matinée, und schon die ist bei mir super angekommen.“ Film und Stück kannte Baumann bislang nicht. „Deshalb bin ich überrascht von dem Schweden-Bild, das ich dabei bekommen habe. Ich habe mit Schweden bisher immer so eine lässige Leichtigkeit verbunden. Schläger-Typen wie Conny hätte ich dort nicht erwartet. Und hervorragend fand ich die Behandlung des Themas Kirche, die Darstellung des Restriktiven.“

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„Es war sehr, sehr berührend“, sagt Lisa Meyer aus Ehingen. „Das Stück wirkt so unglaublich echt, dass ich mich gar nicht wie im Theater gefühlt habe. Das Geschehen ist so, dass man meint, es könne überall passieren. Dabei arbeitet das Stück ganz wenig mit technischen Effekten, aber ganz viel mit menschlichen Momenten. Das geht unter die Haut. Man hat gespürt, wie intensiv die Leute alle dabei waren, die Schauspieler und das Publikum.“

„Ich kenne den Film zum Stück leider nicht“, sagt der Ulmer Lorenz Fries. „Deshalb fehlte mir bei den Charakteren und dabei, wie sie untereinander agieren, ein bisschen der rote Faden.“ Für ihn sei das Allerbeste am Stück die Musik. „Die ist einfach super, die Chöre, die Lieder der Solistinnen. Das war richtig schön.“

Anke Fonfereck aus Memmingen urteilt: „Es war ausgesprochen berührend. Ein ganz besonderer Abend, der mir sehr gut gefallen hat.“ Sie glaube, dass es die Menschen besonders anspricht, dass Geschichte in jedem Ort geschehen könnte. „Man hat vollkommen vergessen, dass man im Theater ist, in einem Stück.“ Sie habe den Film „Wie im Himmel“ vor Jahren gesehen. „Aber er hat in mir nicht so viele Emotionen geweckt wie das Stück. Man ist so ganz nahe dran und mittendrin. Das ist überwältigend.“ (köd) "NUZ-Kritik Feuilleton

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