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07.11.2008

Eine erstaunliche Tierwelt in Schwaighofen

Neu-Ulm (grr) - Ostern 2006 haben Karl-Heinz Wogrin und Klaus-Dieter Link ihren "Schildkröten- und Reptilienzoo Neu-Ulm" am Brunnenweg in Schwaighofen eröffnet. Nun sind sie - nur zweieinhalb Jahre später - dabei, den kleinen Tierpark schon zu erweitern. Am 15. November stellen sie mit einem kleinen Fest ihr um ein Drittel vergrößertes Gehege vor.

Da haben sich zwei Exotenliebhaber gesucht und gefunden. Karl-Heinz Wogrin, von Beruf Gärtner, aber in Vöhringen als Gießer aktiv, und der Angestellte Klaus-Dieter Link. Die beiden Mittfünfziger haben von Kindesbeinen an Tiere gehalten, kleine Wesen wie Hamster und Meerschweinchen anfangs. Ein Hund war auch schon mal dabei. Doch dann wurde es ernst.

Klaus-Dieter Link wollte sich eine Boa, eine etwas größere exotische Schlange, ins Haus holen. Je nach Familie können diese Tiere bis zu acht, im Extremfall gar zehn Meter lang werden. Da wollte das Neu-Ulmer Amt für öffentliche Ordnung nun allerdings nicht mitmachen. Es untersagte Link die Einfuhr dieses Ungeheuers nach Bayern.

Dort aber - im Neu-Ulmer Stadtteil Schwaighofen - saß zu diesem Zeitpunkt schon seit Längerem Karl-Heinz Wogrin auf gut zwei Dutzend Aquarien und Terrarien, die sich im Verlauf von drei Jahrzehnten in seiner württembergischen Wohnung angesammelt hatten, gefüllt mit mehr als 300 Schildkröten, Echsen und Nagern. Mit denen hatte er ohne Probleme nach Bayern einwandern dürfen, nachdem er seine exotische Tiersammlung auf Anraten des Amts für öffentliche Ordnung als Zoo deklariert hatte.

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Wogrin hatte sein Privatgehege von Anbeginn drauf angelegt, es eines fernen Tages der Öffentlichkeit zu präsentieren. Er wollte schlicht Geld einnehmen, um dann so recht seiner Reptilienleidenschaft nachgehen zu können. Das war aber schwieriger als gedacht. Erst mal gründete Wogrin 1989 einen Terrarienverein in der Hoffnung auf tatkräftige Mitstreiter. Die sollten natürlich auch etwas Geld mitbringen. Denn Wogrin hatte inzwischen in Schwaighofen einen ehemaligen Schweinestall des "Ulmer Hofguts" gemietet. Doch der Umbau des Stalls zum Zoo zog sich hin, und die Terrarienfreunde liefen ihm wieder davon.

Dann kam Klaus-Dieter Link. Nachdem der den Reptiliensammler Wogrin auf einer Geburtstagsfeier kennengelernt hatte, war's um ihn geschehen. "Am Wochenende drauf", erinnert sich Wogrin, "hat er meine ganze Tiersammlung im Stall umsortiert und aufgeräumt". Nun bekam die Sache Schwung. Woran Wogrin siebzehn Jahre lang, ohne recht voranzukommen, geschuftet hatte, schuf Link binnen weniger Wochen Ordnung. Ein gutes Jahr später war der Zoo fertig und für Besucher geöffnet. Nun wird die Erweiterung aufgemacht. Eine erstaunliche Tierwelt zeigt sich dem Besucher. Da leben auf kleinem Raum, aber durchaus nicht beengt, rund siebzig der 378 weltweit bekannten Schildkrötenarten. "Auf diesem Gebiet ist unser Zoo einzigartig im Umkreis von 300 Kilometern", sagen Wogrin und Link. Daneben halten sie Riesenschlangen und Nattern. Aus der Familie der Echsen sind Agamen und Warane vertreten. Geckos, auch eine Echsenfamilie, werfen bei Gefahr ihren Schwanz ab und kommen so meist mit dem Leben davon. Wunderschöne Tiere, die aber in der Regel eher bewegungslos auf einem Ast ruhen und deshalb vom Besucher leicht übersehen werden. Nur nach und nach lernt der Gast, wie er die exotischen Wesen erspäht.

Auch ein paar kleine Säugetiere leben bei Wogrin und Link. Darunter Meerschweinchen, auch Zwerg- und Streifenmäuse, die sonderbaren Stachelmäuse, die nur in der Wüste und nachts unterwegs sind. Auch ein paar Heuschrecken werden im Zoo gehalten und natürlich Spinnen und Skorpione. Weil viele Schildkrötenarten gern im oder am Wasser leben, sind auch Aquarien da und in ihnen Fische, unter ihnen die gefürchteten Piranhas. "Aber die sind gar nicht so gefährlich, wie oft behauptet wird", sagt Wogrin. Die Hand hält er allerdings nicht ins Becken.

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