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Ulm

22.02.2018

Einheitlicher Mehrwegbecher soll Müllberge vermeiden

Sie wollen das Aus für die Wegwerf-Pappbecher: (von links) Lisa Henze, Sabrina Maunz und Florian Fuchs. 
Bild: Ludger Möllers

Zwei Ulmer wollen ein Pfandsystem etablieren - und würden bei einer Firma aus München fündig.

Es gibt sie in Berlin, Köln oder Ludwigsburg: die wieder verwendbaren Becher des Systems Recup. Nun sollen die Dinger auch nach Ulm kommen. Der Hintergrund: Allein in Deutschland werden pro Stunde 320000 Einmalbecher weggeworfen. Das ergibt rechnerisch 700 in Ulm und Neu-Ulm.

Für die 2,8 Milliarden Becher, die in Deutschland jährlich über die Theke gehen, müssen 43000 Bäume gefällt, 320 Millionen Kilowattstunden Strom und 1,5 Milliarden Liter Wasser verbraucht werden. Außerdem werden 110000 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen verursacht.

Abhilfe schaffen Unternehmen wie das Start-up Recup. Die Münchner 14-Mann-Firma liefert wiederverwendbare Becher. Für einen Euro Pfand können Kunden ihren Becher mitnehmen und an einem anderen Ort wieder abgeben. Dort wird er gespült und ist dann bereit, bis zu 500-mal wiederverwendet zu werden: „Kunden können, je nach Anbieter, auch einen Preisvorteil bekommen“, sagt Lisa Henze, die bei Recup für den Vertrieb zuständig ist. 15 oder 25 Cent pro Becher seien denkbar.

In Ulm, wo sich Sabrina Maunz und Florian Fuchs – ehrenamtlich, ohne finanzielle Vorteile für die Einführung des Mehrweg-Systems stark machen, will der Gastronom Mario Abbate, Inhaber des Kaffeehauses „Coffee Fellows“, seinen Kunden schon bald ihren Latte macchiato, den Cappuccino oder den Milchkaffee in Mehrwegbechern anbieten: „Bei meinen Kollegen läuft das hervorragend“, berichtet Abbate von Erfahrungen in der Franchise-Kette, „warum soll das nicht hier auch laufen?“

Auch Katrin Schißler, Direktorin des Intercity-Hotels am Ulmer Hauptbahnhof, kann sich vorstellen, das System einzuführen: „Unsere Gäste kaufen sich bei uns ihren Kaffee, steigen in den Zug ein und könnten den leeren Kaffeebecher am Ziel abgeben“, beschreibt Schißler die Vorteile. Abzustimmen sei die mögliche Einführung innerhalb der Hotelgruppe der Intercity-Hotels.

Recup, seit knapp einem Jahr am Markt, hat nach eigenen Angaben das System bereits in 23 Städten mit über 720 Standorten eingeführt. In Ulm ist nach Informationen unserer Zeitung eine große Bäckerei mit über 40 Filialen in konkreten Verhandlungen. Für kleinere Unternehmen ist die Frage nach den Gebühren für Recup zu klären: „Ein Euro pro Tag und Standort ist für uns mit 27 Filialen zu viel“, sagt ein Mitarbeiter der Bäckerei Kirsamer, „wir reden über fast 10000 Euro im Jahr.“ Doch es laufen Gespräche mit Recup über Rabatte. (lmö)

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