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05.06.2009

Einkaufen bis Mitternacht: Bislang absolute Ausnahme

Ulm Im Kampf um Kunden geht der Rewe-Konzern in die Offensive: Seit Kurzem hat ein Supermarkt in der Virchowstraße auf dem Eselsberg bis Mitternacht geöffnet - zunächst einmal testweise bis 30. September. "Es kommen schon einige Kunden", berichtete die stellvertretende Marktleiterin Meryem Veli über die ersten Erfahrungen in Ulm. Gefragt ist der spätabendliche Einkauf vor allem bei jungen Leuten, insbesondere Studenten - in der Nähe des Marktes befindet sich das Studentenwohnheim an der Heilmeyersteige.

"Wir sind sehr überrascht, es wird sehr gut angenommen", sagt Sabine Stachorski, Pressereferentin Rewe Region Südwest. Ulm ist einer von sechs Standorten in Baden-Württemberg, an denen das neue Konzept getestet wird. Mit dem Betriebsrat sei dafür ein Konzept vereinbart worden. "Kein Mitarbeiter, der das nicht möchte, wird bis 24 Uhr eingesetzt." Außerdem sei in jedem der Märkte ab 22 Uhr eine Sicherheitskraft abgestellt.

Als Modell für ganz Ulm sieht City-Managerin Anna-Maria Dietz den Rewe-Vorstoß nicht. "Man muss erst mal abwarten, wie sich das an diesem Standort entwickelt", sagte sie. "Ich glaube nicht, dass das flächendeckend kommen wird." In den meisten Familien bestehe einfach kein Bedarf, nach 22 Uhr noch einkaufen zu gehen. Dietz glaubt deshalb, dass diese Uhrzeit auch bei den großen Supermärkten die Grenze bleiben wird. Gleichwohl könnten sich längere Öffnungszeiten an einzelnen Standorten rechnen, je nachdem, wer dort in der Nähe arbeitet oder wohnt.

Für die Ulmer Innenstadt ist "Mitternachts-Shopping" allerdings kein Thema mehr. Seit der Freigabe der Ladenöffnungszeiten vor zwei Jahren haben selbst die großen Filialisten Abstand von solchen Plänen genommen. Nur wenige Geschäfte wie Ikea oder Hugendubel haben freitags bis 22 Uhr geöffnet. Bei den meisten ist unter der Woche um 20 Uhr Schluss, teilweise aber auch früher. Eine einheitliche Linie, wie sie die Ulmer City Marketing in den vergangenen Jahren immer wieder mal forderte, ist nicht zu erkennen. Inzwischen hat sich der Verein damit abgefunden, dass seine Mitglieder hier verschiedene Wege gehen.

"Es ist branchenspezifisch sehr unterschiedlich, welche Produkte auch nach 18 Uhr noch nachgefragt werden", sagt Anna-Maria Dietz. Das müsse letztlich jeder Händler für sich selbst herausfinden. "Für uns ist es wichtig, dass bei Sonderaktionen wie dem langen Einkaufsabend oder dem verkaufsoffenen Sonntag möglichst viele Geschäfte mitmachen, weil wir da ja neue Kunden gewinnen wollen." Den nächsten verkaufsoffenen Sonntag in Ulm gibt es im Oktober. Die Ulmer City will wieder einen Vorstoß für einen zweiten Aktionstag im Mai starten - zuletzt war dies vom Gemeinderat abgelehnt worden. Auch einen XXL-Münstertag soll es nächstes Jahr wieder geben.

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