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Neu-Ulm

16.04.2015

Einkaufssonntag - Neu-Ulm tut sich schwer

Wer am verkaufsoffenen Sonntag einkaufen möchte, braucht sich über zu wenig Angebot kaum Sorgen machen: Die Einzelhändler in der Glacis-Galerie und im Starkfeld haben geöffnet.
Bild: dpa

Am 3. Mai dürfen in Neu-Ulm weniger Geschäfte als zunächst geplant öffnen. Damit geht die Stadt Ärger mit dem Landratsamt aus dem Weg, hat ihn dafür aber an anderer Stelle

Der erste verkaufsoffene Sonntag in Neu-Ulm seit mehr als zwei Jahrzehnten steht unter keinem besonders guten Stern. Die Stadtverwaltung knickt nach Beschwerden ein, die Politiker sind sich uneins, einige Händler verärgert und der neue Citymanager ist enttäuscht. Am 3. Mai wird es so weit sein. Ob dieser Tag allerdings als Erfolgsmodell für gelungene Belebung einer Innenstadt in die Geschichte eingehen wird, ist fraglich. Der gleichzeitig stattfindende und beliebte Kunsthandwerkermarkt mal ausgenommen.

„Das ist ein schlechter Start“, erklärte Christa Wanke ( FDP) in der Stadtratsitzung am Mittwoch und brachte damit auf den Punkt, was sich in den vergangenen Wochen rund um die Wiedereinführung der verkaufsoffenen Sonntage in Neu-Ulm abgespielt hat. Erst beschlossen die Stadträte im Februar nach emotionalen Diskussionen, an zwei Sonntagnachmittagen im Jahr den Einzelhändlern in der Innenstadt das Öffnen ihrer Geschäfte zu ermöglichen. Am Mittwoch ruderten sie nun ein Stück weit zurück und grenzten auf Anraten der Stadtverwaltung hin das „Verkaufsgebiet“ deutlich ein und damit unter anderem zahlreiche Händler im Wiley aus. Die waren schon vor der gestrigen Entscheidung auf die Barrikaden gegangen (wir berichteten). „Egal was Sie machen, Sie werden es nicht richtig machen“, erklärte Oberbürgermeister Gerold Noerenberg. Entweder man riskiere Ärger mit der Rechtsaufsichtsbehörde oder mit den Einzelhändlern, die jetzt nicht mehr mitmachen dürfen. Mit 25:13 Stimmen entschied sich schließlich eine Mehrheit für Zweiteres.

„Die Aussagen von der Rechtsaufsichtsbehörde sind eindeutig“, erklärte Johannes Stingl (CSU), ein Festhalten an den ursprünglichen Planungen sei „keine gute Idee, wenn wir dann Gefahr laufen, dass gleich der erste verkaufsoffene Sonntag aus rechtlichen Gründen abgesagt werden muss.“ Sowohl das Landratsamt als auch die Regierung von Schwaben hatten nach Beschwerden aus Gewerkschafts- und Kirchenkreisen auf rechtliche Schwachstellen der Neu-Ulmer Pläne hingewiesen und der Stadt empfohlen, die verkaufsoffenen Bereiche enger zu fassen.

Wie der im Rathaus zuständige Fachbereichsleiter Anton Bullinger erklärte, sollen nun die beiden ersten Aktionstage am 3. Mai und am 13. September in der kleineren Version durchgeführt werden. Es gebe aber bereits erste Ideen, wie die jetzt ausgeschlossenen Händler in Zukunft möglicherweise wieder mit eingebunden werden könnten. Als Beispiel nannte Antje Esser (SPD) die Stadt Senden, die aus ähnlichen Gründen parallel zum Markttreiben in der Innenstadt auf dem etwas außerhalb liegenden Festplatz weitere Attraktionen wie den Mittelaltermarkt auf die Beine stellt.

Allerlei Gedanken zu zusätzlichen Aktionen hatte offenbar auch Citymanager Norman Roßberg. Mit seinen Ideen sei er im Rathaus jedoch nicht sonderlich weit gekommen, sagte er. Das führte am Rande der Stadtratsitzung sogar so weit, dass er kurz mit Ordnungsamtschef Thomas Nägele aneinander rasselte. „Ich habe mehrere Aktionen vorgeschlagen, aber tage- und wochenlang keine Antwort bekommen“, sagte Roßberg enttäuscht. Jetzt sei es für Vieles schlicht zu spät. Ein angedachter Spargelschäl-Wettbewerb sei jetzt beispielsweise nicht mehr zu realisieren.

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