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Donau

01.07.2017

Elchingen lehnt neue Bootsanlegestelle ab

Das Donauufer bei Elchingen soll attraktiver werden. Doch wegen der klammen Haushaltskasse drücken die Gemeinderäte auf die Kostenbremse.
Bild: Brücken

Um das Ufer attraktiver zu machen, stecken Anrainer und Betreiber des Flusses die Köpfe zusammen. Doch in der Gemeinde regt sich Widerstand, wenn es um teure Projekte geht

Schnurgerade zieht sich das Donauufer, verborgen hinter dichten Auwälder an Elchingen vorbei. Die Bayerischen Elektrizitätswerke (BEW) wollen die Donau für die Bürger attraktiver zu machen. Im März fanden bereits erste Gespräche mit der Elchinger Gemeindeverwaltung statt, bei der verschiedene Projekte ins Auge gefasst wurden. So könnten der Wanderparkplatz in der Glockerau oder die Altarmanbindung „Dornholz“ ertüchtigt werden. Sogar ein Vogelbeobachtungsturm und eine Anlegestelle für Boote stand auf der Vorschlagsliste der BEW. Doch einmal mehr musste die Gemeindeverwaltung mit Blick auf die klamme Haushaltskasse auf Sparkurs gehen.

Die technisch aufwendigen Projekte seien finanziell nicht zu realisieren, erklärte Bürgermeister Joachim Eisenkolb, der der BEW gleichzeitig nicht gänzlich eine Absage erteilen will. Eisenkolb könnte sich stattdessen vorstellen, Infotafeln für einen Erlebnispfad aufstellen zu lassen. „Die Kosten für zwei bis drei Schilder liegen dabei aber auch schon bei rund 5000 Euro“, sagte Eisenkolb weiter. Nach Auskunft der BEW werden solche Gelder projektbezogen vergeben. Sie „müssen dann auch für die im Antrag angegebene(n) Maßnahme(n) verwendet werden“, heißt es auf Nachfrage unserer Zeitung.

Rückendeckung bekam der Bürgermeister für seine Einstellung von den Gemeinderäten, die dem Beschlussvorschlag zustimmten, das Förderprojekt „Donau Erleben“ zu unterstützen, wenn dafür Erlebnistafeln von der BEW gewünscht werden. Armin Willbold von der Dorfgemeinschaft Oberelchingen wollte dabei noch einmal darauf hinweisen, dass die BEW durchaus in der Vergangenheit ökologisch positive Eingriffe an der Donau unternommen habe. Als Beispiel nannte der Gemeinderat die Ökoberme, der landschaftliche schonende Hochwasserschutz, der im Frühjahr angelegt wurde. Doch einer Bootsanlegestelle erteilte Willbold eine klare Absage: „Ich bin selbst Schachtelfahrer und noch immer am Elchinger Donauufer aus dem Wasser gekommen.“

Karin Batke von der Unabhängigen Freien Wählergemeinschaft sah im Vorschlag der BEW einen Widerspruch: „Einerseits will man der Natur mit der Ökoberme ein Stück Land zurückgeben, andererseits aber eine Bootsanlegestelle bauen“, sagte die Gemeinderätin. Ein Lehrpfad, der am Ufer das Projekt Ökoberme aufgreift, sei da ihrer Meinung nach sinnvoller.

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