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Umwelt

29.11.2018

Elchingen will mehr für den Klimaschutz tun

Im Rahmen der Bürgerversammlung zeigte Physiker Martin Sailer, wie der Klimaschutz in Elchingen verbessert werden kann.
Bild: A. Brücken

Die Gemeinde will sich für die Zukunft rüsten – und Fachleute aus München zeigen Möglichkeiten dafür auf

Schmelzende Pole, Dürrekatastrophen im Sommer und brennende Wälder sind unübersehbare Zeichen des fortschreitenden Klimawandels. Weltweit gründen sich Bündnisse, die gegen diese Entwicklungen arbeiten wollen. Auch in Elchingen haben sich die Bürger entschlossen, gezielt gegen die Klimawandel vorzugehen. Ein Beschluss im Gemeinderat hat dazu den Startschuss gegeben. Erfahrene Unterstützung hat sich die Gemeinde von einer Agentur aus München geholt, die sich mit Klimaschutzkonzepten befasst. Von dort kam der Physiker Martin Sailer nach Elchingen, um in einer Informationsveranstaltung im Rahmen der Bürgerversammlung die Möglichkeiten für den Klimaschutz in der Gemeinde aufzuzeigen.

Nach dem Gutachten der Münchner Fachleute leisten die Industrie, der Verkehr und die Haushalte den größten Beitrag an der Kohlendioxidbelastung. Alternative Energieträger wie die umweltfreundliche Wasserkraft seien in der Gemeinde bereits ausgeschöpft, weil das Donaukraftwerk keine weiteren Kapazitäten mehr bietet, den Fluss weiter zur Energiegewinnung zu nutzen. Möglichkeiten sah der Berater dagegen in den zahlreichen Dachflächen im Gemeindegebiet, die Platz für Fotovoltaikanlangen und Warmwasseraufbereitung bieten. Auch an der geplanten Lärmschutzwand an der Autobahn können Solarpaneele platziert werden.

Besucher der Veranstaltung meldeten sich zu Wort und beschrieben weitere Möglichkeiten, um sich umweltfreundlich zu verhalten: „Mütter, die mit ihren großen SUVs zum Kindergarten fahren, sollten lieber zu Fuß gehen“, lautete ein Vorschlag. Ein anderer Gast erinnerte sich daran, dass man einen Linienbus von Thalfingen zum Bosch-Rexroth-Werk beim Landratsamt angeregt habe: „Das Interesse der Bürger war da, das Landratsamt hat aber abgelehnt, weil der Betrieb nicht wirtschaftlich sei“, erklärte der Besucher und stellte die Frage: „Wo bleibt da der Umweltschutz?“

Die Prognosen der Münchner Fachleute reichen bis in das Jahr 2030. Für einige Gäste waren diese Ergebnisse jedoch nur „Kaffeesatzleserei“, weil sich die technischen Fortschritte in den kommenden zwölf Jahren nur schwer voraussagen lassen, so die Kritik. Zudem seien im Vortrag keine konkreten Vorschläge und Konzepte genannt worden.

Das Resümee von Elchingens Bürgermeister Joachim Eisenkolb klang anschließend unverbindlich: „Ich verstehe den Vortrag als Impuls, wie wir in Zukunft weitermachen können.“ Die Materie des Klimaschutzes technisch und fachlich noch tiefer und schärfer darzustellen, sei nicht zuletzt auch eine finanzielle Frage. Man sollte jedoch auch darüber nachdenken, sich für die Gemeinde einen Klimamanager zu leisten. Der soll dann versuchen, die Vorschläge umzusetzen: „Sonst bleiben die Konzepte nur auf dem Papier“, sagte Eisenkolb und versprach zudem: „Wir werden die Machbarkeiten der Vorschläge prüfen.“ Die größte Herausforderung sei es, die Bürger für den Klimaschutz zu motivieren, so der Rathauschef.

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