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17.07.2010

Energie vom Acker als Chance

Biogas von den Feldern der Region wird immer bedeutender. Ein heimischer Landwirt nach dem anderen wird zum Energiewirt. Bereits ein Dutzend Anlagen läuft im Landkreis, meist gemeinsam betrieben von mehreren Höfen, die sich so ein neues Standbein schaffen. Doch jetzt sind Pläne für zwei Großprojekte an die Öffentlichkeit gedrungen, die das noch junge Geschäftsfeld kräftig durcheinanderwirbeln. Schon teilen die beiden konkurrierenden Unternehmer gegeneinander aus, versuchen das eigene Vorhaben in ein möglichst gutes Licht zu rücken - auf Kosten des Mitbewerbers. Angesichts der erhofften Gewinne verwundert es nicht, dass gleich die Ellbogen ausgefahren werden.

Mit garantierten Preisen für den erzeugten Strom wollte die Politik den gebeutelten deutschen Landwirten ermöglichen, neue Einnahmequellen zu erschließen. Doch längst mischen große Spieler kräftig mit im durch staatliche Förderung lukrativen Markt. Gelingt es den Schwergewichten, im Bereich der alternativen Energien ähnlich dominant zu werden wie bei Öl, Kohle oder Kernkraft, werden sie den Bauern Preise und Bedingungen diktieren. Es spricht also einiges für Modelle, bei denen heimische Landwirte als Unternehmer das Sagen haben und auch das Geld verdienen, anstatt sich als reine Lieferanten in neue Abhängigkeiten zu begeben. Beispiele für Biogasanlagen, die erfolgreich von mehreren Höfen zusammen betrieben werden, gibt es auch im Landkreis etliche.

Der Biogas-Boom betrifft nicht nur die Landwirte, sondern jeden Landkreisbürger. Denn wenn noch einige große Anlagen hinzukommen, wird sich die Kulturlandschaft nachhaltig verändern. Maisfelder werden sich weiter ausbreiten - kaum zur Freude von Naturschützern. Und ob mit Traktor oder Lastwagen - der Verkehr wird zunehmen, weil die Kraftwerke mit Nachschub gefüttert werden wollen.

Für die Landwirte der Region bietet der Biogas-Boom zweifellos interessante Zukunftsperspektiven. Doch im Hinblick auf die beiden Großprojekte sind noch viele wichtige Fragen zu klären. Und zwar am besten sachlich und mit kühlem Kopf.

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