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Elchingen

17.02.2015

Entscheidung gefallen: Gührer geht

Ralf Gührer

Der Elchinger Pfarrer verabschiedet sich in einem Brief von der Gemeinde, die mit einer Unterschriftenliste um ihn kämpfte

Über 1000 Unterschriften haben Elchinger Bürger gesammelt und in einem offenen Brief an Pfarrer Ralf Gührer geschickt, um ihn zum Bleiben in der Klostergemeinde zu bewegen. „Wir bitten und beten dafür, dass Sie Ihre Aufgaben in unseren Gemeinden noch längere Zeit wahrnehmen werden“, heißt es unter anderem in dem Brief, der in den drei katholischen Kirchen in Elchingen auslag. Nun teilte der beliebte Geistliche, der derzeit im Kloster Ingenbohl in der Schweiz verweilt seinen Gläubigen mit, dass er sich „aufgrund dieses Briefes nochmals lange innerlich mit der Frage seines mit der Diözese abgestimmten Wegganges auseinandergesetzt“ habe. Doch die Entscheidung sei gefallen.

Im Herbst werde er seine Doktorarbeit in den Bereichen Kunst, Kultur und Museum abschließen und als hauptamtlicher Pfarrer seinen priesterlichen Dienst in der Pfarreiengemeinschaft Wasserburg am Bodensee ausüben. Seit 2009 unterstützte Pfarrer Gührer seinen Amtsbruder Pater Ulrich Keller, den Chef der Pfarreiengemeinschaft Elchingen, im Rahmen einer Halbtagsstelle in der pastoralen und seelsorgerischen Arbeit unter besonderer Berücksichtigung der Stärkung der Wallfahrt. Neben dieser Tätigkeit arbeitete der Kirchenkünstler an seiner Promotion.

Er erweckte in dieser Zeit nicht nur die Elchinger Wallfahrt aus ihrem Dornröschenschlaf und befreite sie von ihrer Patina, er hob auch die musealen Schätze der Klosterkirche und der ehemaligen Reichsabtei Elchingen und sammelte 200000 Euro unter anderem für die Restaurierung von Gemälden, für kulturelle Veranstaltungen oder für die Wiederherstellung des Klostergartens.

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Trotz seiner Zukunft als Leiter einer Pfarreiengemeinschaft hatte Pfarrer Gührer „sein Herz an Elchingen verloren“ und wäre auch gerne geblieben, wie er in einem Gespräch mit unserer Zeitung bemerkte. Über die Gründe für seinen Entschluss, die Klostergemeinde trotzdem zu verlassen, wollte er sich damals nicht näher äußern. Nur so viel war von ihm zu erfahren, dass er in seinen Vorhaben und Aktivitäten für Elchingens kulturelle Zukunft von maßgeblichen Stellen ausgebremst worden sei. „Elchingen muss sich entscheiden, ob man es wegen des Staus auf der Autobahn oder als bedeutende Wallfahrtsstätte und Erbe einer Reichsabtei kennen soll“, sagte er. Es spüre, „dass nun die Zeit gekommen ist Abschied zu nehmen“, schreibt er in seinem Brief an die Gemeinde und bittet um Verständnis für seine Entscheidung. Er stehe im elften Jahr seines priesterlichen Dienstes, den er bis dato immer als Kaplan und Benefiziat ausgeübt habe. Es sei an der Zeit, als Pfarrer weiter zu arbeiten und in dieser Funktion kirchliches Leben neu zu gestalten und aufzubauen.

Seine offizielle Verabschiedung aus der Pfarreiengemeinschaft wird im Juli stattfinden. Am 15. und 16. August beim Fest von Maria Himmelfahrt wird sich Pfarrer Gührer mit einem Festgottesdienst, einem neuen Wallfahrtsbuch und einem Konzert bei seinen Gläubigen bedanken und als Benefiziat der Klosterkirche verabschieden. (mde)

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