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Inklusion

10.02.2015

Es ist normal, anders zu sein

Nicht nur Einzelförderung, sondern auch der gemeinsame Unterricht der Schüler mit und ohne Förderbedarf ist Teil des Schulprofils Inklusion.
Bild: Andreas Brücken

Gemeinsames Lernen an der Sendener Engelhart-Schule

Ruhig und konzentriert setzen die Kinder der zweiten Klasse auf dem Boden der Turnhalle der Engelhart-Schule Dominosteine hintereinander. Was auf den ersten Blick wie ein Spielenachmittag aussieht, wird als Motopädie beschrieben und ist Teil des Schulprofils Inklusion. An solchen Schulen lernen Kinder und Jugendliche mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf gemeinsam.

„Eine Möglichkeit, alle Sinne zu fördern“, erklärt Schulleiterin Silvia Wawra. Die Klassenleiterin Tanja Franz konnte bereits in den vergangenen Monaten bemerkenswerte Fortschritte erkennen und nennt als Beispiel einen Schüler, der jüngst noch durch sein impulsives Verhalten als Grenzgänger zwischen Förder- und Regelschule gegolten hat. Durch die gezielte Förderung habe der Bub gelernt, seine Frustrationsgrenze zu kontrollieren.

Ermöglicht wird die Förderung durch die Unterstützung von zwei neuen Lehrkräften, die zusätzlich 19 Stunden an der Schule arbeiten. Parallel dazu sind Fortbildungen aller Lehrer Teil des Konzeptes. Um das Schulprofil zu erhalten, sammeln die Beteiligten bereits seit fünf Jahren Erfahrungen durch Kooperationsklassen mit dem Sonderpädagogischen Schulzentrum in Illertissen. Für dessen Schulleiter, Johannes Wehr, steht die Zusammenarbeit zwischen Förder- und Regelschule im Vordergrund. „Wir müssen herausfinden, was das Kind kann und was es lernen muss, um selbstständig zu leben.“ Der Freistaat folgt bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention dem Motto „Inklusion – eine Vielfalt schulischer Angebote“. Bürgermeister Raphael Bögge betont, dass aus dem „Integrationswille kein Integrationsfrust werden dürfe. Wo ein dauerhafter Förderungsbedarf vorhanden sei, könne die bessere Lösung oftmals immer noch die Förderschule bleiben. Schulleiterin Wawra: „Angesichts des immer höher werdenden individuellen Förderbedarfs müssen wir lernen, dass es normal ist, anders zu sein“.

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