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Helfen mit Herz

04.07.2012

Es knirscht zwischen Bürgerstiftung und Förderverein

Kommunikationsprobleme rufen den Oberbürgermeister auf den Plan

Neu-Ulm „Helfen mit Herz“ ist das Motto der Neu-Ulmer Bürgerstiftung. Mit ebenso viel Herz wollte auch der Förderverein mit anpacken. Doch nicht einmal zwei Jahre nach dessen Gründung knirscht es im Getriebe: Schatzmeister Alfred Pfersich beklagt „Abstimmungsprobleme“ mit der Stiftung, Vorsitzende Sabrina Renz-Weinmann gar „Grabenkämpfe“ im Verein. Jetzt reagiert Oberbürgermeister Gerold Noerenberg – und will die von ihm begründete Stiftung nun auch organisatorisch zur Chefsache machen. „Die Bürgerstiftung ist mein Baby“, sagt das Stadtoberhaupt.

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OB Noerenberg will sein „Baby“ näher bei sich haben

Damit will Noerenberg vor allem einen Schlussstrich ziehen unter angeblich vorhandener Kommunikationsdefizite zwischen Förderverein und der Stiftung, die derzeit noch von der Stiftung Wohnstift Neu-Ulm (einer Stiftung der Stadt und der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Nuwog) treuhänderisch verwaltet wird. Geschäftsführer ist Nuwog-Chef Helmut Mildner. Fördervereins-Schatzmeister Pfersich etwa berichtet auf Nachfrage unserer Zeitung: „Wir haben noch nie zusammensitzen können.“ Der OB will keine Schuldzuweisungen, stellt aber fest: „Tatsache ist, dass etwas im Argen liegt.“ Noerenberg war nach eigenen Angaben aber nie involviert in die aktuellen Querelen – er vermutet, dass zwischen einigen Akteuren die Chemie nicht stimme.

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Der OB, der mittlerweile sowohl mit Pfersich als auch mit Renz-Weinmann in Kontakt getreten ist, will die Stiftung nun in der Verwaltung näher bei sich ansiedeln, um solche Probleme künftig schon im Ansatz zu verhindern. Den Förderverein nämlich wünsche er sich weiterhin als Unterstützung, dieser „könnte den Erfolg der Bürgerstiftung um 100 Prozent steigern“, ist sich Noerenberg sicher.

Der Konjunktiv ist derzeit freilich noch angebracht: Der Förderverein habe, das geben Renz-Weinmann und Pfersich zu, die Anlaufschwierigkeiten zwar überstanden – aber noch keine bedeutenden Aktivitäten auf die Beine gestellt. Immer wieder, so die Vorsitzende, seien Satzungsänderungen nötig gewesen, dazu habe der Austausch mit der Stiftung viel Zeit gekostet – der Förderverein müsse praktisch alle wichtigen Entscheidungen mit dieser abstimmen. „Manches ging nicht so schnell, wie wir das gerne gehabt hätten“, sagt Renz-Weinmann, die sonst Geschäftsführerin der Spedition Max Renz ist. Von einigen Mitgliedern außerhalb des engsten Führungszirkels hätte sie sich auch etwas mehr Einsatz gewünscht.

Eigentlich hatte der Verein schon in den Pfingstferien sein erstes großes Projekt starten wollen: Die Aktion „Kunst für Kids“, konzipiert zusammen mit dem Edwin-Scharff-Museum, sollte Kindern, denen die Teilhabe an kultureller Bildung sonst nur unzureichend vergönnt ist, eine Woche Kunst und Kultur bescheren – kostenlos. Inzwischen ist „Kunst für Kids“ in den Herbst verschoben. Der erste Anlauf, so Renz-Weinmann, sei vor allem an der Werbung und der Geldbeschaffung gescheitert. Diese Probleme seien mittlerweile gelöst.

Abgesehen von den aktuellen Querelen fällt Renz-Weinmanns Bilanz gar nicht mal negativ aus: „Wir haben Einiges auf den Weg gebracht.“ Die Neu-Ulmer Bürgerstiftung sei aber noch nicht so bekannt wie die auf der anderen Donauseite. Dadurch stecke auch die Arbeit im Förderverein immer noch ein wenig in den Kinderschuhen. Immerhin sei die dringend nötige Internetseite bald startklar.

Nach Ansicht der Vorsitzenden brauche die Vereinigung nun „frisches, junges Blut“ – Renz-Weinmann will bei den Neuwahlen Mitte Juli „eher nicht“ mehr für den Vorsitz kandidieren. „Ich bin aber guter Hoffnung, dass es jemanden gibt, der sagt: Das mache ich.“ Schatzmeister Pfersich lässt noch offen, ob er sich weiterhin ein Engagement vorstellen kann.

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