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08.06.2009

Europawahl: CSU legt zu, die SPD bricht weiter ein

Landkreis Mehr Wählerstimmen für die CSU, die Genossen weiterhin auf Talfahrt, Grüne und FDP stabil: Wenn die gestrige Europawahl ein Stimmungsbarometer für die Bundestagswahl im Herbst war, dann befindet sich die CSU nach ihren erdrutschartigen Verlusten auch im Landkreis wieder im Aufwind und die SPD nach wie vor im Sinkflug. Die Wahlbeteiligung war mit 37,3 Prozent erwartungsgemäß schlecht, aber nicht so miserabel, wie vereinzelt befürchtet.

Thorsten Freudenberger, Kreisvorsitzender der CSU: "Die CSU hat sich nach dem verheerenden Ergebnis bei der Landtagswahl im vergangenen Herbst deutlich stabilisiert", erklärte gestern ein erleichterter CSU-Kreisvorsitzender. Im Vergleich zum Erststimmenresultat haben die Christsozialen nahezu sechs Prozent zugelegt. Die CSU befinde sich auf Kreis- und Landesebene in einem Erneuerungsprozess und habe durch das gestrige Ergebnis durchaus Rückenwind bekommen. Dennoch müsse weiter daran gearbeitet werden, verloren gegangenes Vertrauen bei den Stammwählern zurück zu gewinnen und die CSU als konservative Partei für neue Wählerschichten attraktiv zu machen, sagte Freudenberger.

Der Wahlkreis-Bundestagsabgeordnete Dr. Georg Nüßlein (CSU) sieht seine Partei auf einem "guten Weg, aber längst noch nicht am Ziel". Angesichts der vorwiegend bundespolitischen Themen im EU-Wahlkampf sieht Nüßlein sich und seine Partei auch in Berlin gestärkt. Markus Ferber habe sich als der "richtige Spitzenkandidat" erwiesen und auch CSU-Chef Seehofer könne das Ergebnis als persönlichen Erfolg verbuchen, so Nüßlein. Über das schwache Abschneiden der Freien Wähler freut sich Nüßlein ganz ungeniert: "Die Freien Wähler sind als ganz normale Partei enttarnt worden."

"Offensichtlich hat die Union ihre Wähler besser mobilisiert" kommentierte SPD-Kreisvorsitzender David Knuplesch gestern das für ihn enttäuschende Ergebnis der SPD bei der Europawahl, "was uns nicht gelungen ist". Trotzdem hält er den Europaabgeordneten Martin Schultz für den richtigen Spitzenkandidaten: "Er hat einen guten Job gemacht". Das Abschneiden der Sozialdemokraten im Kreis Neu-Ulm mit 12,9 Prozent findet Knuplesch "entsetzlich". Als negatives Signal für die Bundestagswahl im Herbst wertet der Kreisvorsitzende dieses Europawahl-Debakel der Genossen nicht: "Da rechne ich mit deutlich höherer Wahlbeteiligung".

Europawahl: CSU legt zu, die SPD bricht weiter ein

Erleichtert, aber auch hörbar stolz war Justizministerin Dr. Beate Merk (CSU) aus Pfuhl: "Ein außerordentlich gutes Ergebnis, wir sind wieder da", freute sich Merk, die als stellvertretende Parteivorsitzende zum engsten Führungszirkel der CSU gehört. Sie eilte gestern Abend noch nach München und stieß auf der CSU-Wahlparty auf das Abschneiden ihrer Partei an.

Ekin Deligöz, schwäbische Bezirksvorsitzende der Bündnisgrünen aus Senden, zeigte sich gestern "sehr, sehr stolz" über das Abschneiden der Grünen im eher ländlich geprägten Landkreis Neu-Ulm. Dies lasse hoffen für die Bundestagswahl im Herbst, aus denen die Grünen als drittstärkste Kraft hervorgehen wollen: "Darauf arbeiten wir hin". Dies sei wohl auf die Schwäche der CDU zurückzuführen.

Dieter Wegerer, Kreisvorsitzender der Freien Wähler: "Wir konnten unsere Wähler so kurz nach der Landtagswahl nicht mobilisieren", begründete Wegerer das Scheitern der FW an der Fünfprozenthürde. Weil auf Orts- und Kreisebene die Freien Wähler in Schwaben gegen eine Beteiligung an der Europawahl waren, sei der Wahlkampf entsprechend schwach ausgefallen: "Wir haben nur ein paar Plakate aufgehängt." Die Lehre aus dem gestrigen Resultat ist für Wegerer, dass es für die Freien Wähler noch "viel zu früh" ist, bei der Bundestagswahl anzutreten: "Dies scheitert aus finanziellen und organisatorischen Gründen - ich bin dagegen". "Kommentar

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