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Neu-Ulm

17.06.2019

Fahrer gab sich nach tödlichem Unfall nur als Zeuge aus

Blumen und Kerzen wurden an der NU8 bei Pfuhl aufgestellt. In der Nacht zum Sonntag wurde an der Stelle ein 20-Jähriger angefahren und starb.
Bild: Andreas Brücken

Ein 20-Jähriger wurde auf der NU8 bei Pfuhl von einem Auto überfahren und starb. Jetzt ist bekannt: Der gesuchte Unfallfahrer ist derjenige, der den Notruf wählte.

Ein Holzkreuz steht an der kleinen Einmündung zum Feldweg entlang der NU8 bei Pfuhl, daneben Kerzen, einzelne Blumen und Sträuße. Alle paar Minuten hält ein Auto an und es kommen neue Blumen und Kerzen hinzu. Sie sollen an den 20-Jährigen erinnern, der an dieser Stelle in der Nacht zum Sonntag sein Leben verlor.

Der junge Mann wurde zwischen 3 und 3.25 Uhr auf der Kreisstraße von einem Auto erfasst und starb an der Unfallstelle. Am Sonntagnachmittag ermittelte die Polizei den Fahrer des Unfallwagens: einen 35-Jährigen aus Neu-Ulm. Jetzt wurde bekannt: Er war derjenige, der in der Nacht den Notruf gewählt hatte. Seine Beteiligung räumte er jedoch erst ein, als ihn Polizisten mit Schäden an seinem Auto konfrontierten.

Unfall bei Pfuhl: Mann räumte seine Beteiligung erst spät ein

Wie berichtet, war der 20-Jährige laut Polizei wohl auf dem Heimweg vom Burlafinger Dorffest, lief den Feldweg entlang der NU8 zwischen Burlafingen und Pfuhl entlang. Wo er herkam und auch wo er hinwollte, werde während der weiteren Ermittlungen noch rekonstruiert, wie Christian Eckel, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Schwaben Süd/West, auf Nachfrage unserer Redaktion sagte. Ebenso verhalte es sich mit Verlauf des Abends und der Nacht des 32-Jährigen.

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Zunächst war die Polizei in ihren Pressemitteilungen davon ausgegangen, dass der Unfallfahrer den Ort des Unglücks sofort verlassen hatte und nachfolgende Verkehrsteilnehmer den jungen Mann auf der Straße liegen sahen. Gegen 3.30 Uhr ging ein Notruf bei der Polizeieinsatzzentrale in Kempten ein. Der Anrufer meldete einen auf der Kreisstraße NU8 bei Pfuhl liegenden leblos wirkenden Mann. Daraufhin wurden sofort Beamte der Neu-Ulmer Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst alarmiert. Dennoch verstarb der Mann noch am Auffindeort an der Schwere seiner Verletzungen.

„Derjenige, der angerufen hat, hat gesagt, er hat ihn gefunden“, berichtete Eckel. Auch als Polizisten den Mann am Sonntag bei diesem zu Hause „eingehend befragten“, blieb er bei dieser Aussage. Da sich während der Befragung jedoch ein Tatverdacht gegen ihn ergab, wurde sein Auto untersucht. Erst als an dem Wagen laut Eckel „kleinere Unfallspuren“ gefunden wurden, räumte der Neu-Ulmer seine Beteiligung ein. Da er die Polizei bis dahin darüber aber „in Unkenntnis gelassen hat“, wurde gegen ihn nicht nur ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung, sondern auch wegen Verkehrsunfallflucht eingeleitet.

Obduktion des 20-Jährigen soll nähere Erkenntnisse bringen

Wie genau es zu dem tragischen Unfall kam, ist nach wie vor unklar. Die Staatsanwaltschaft hat bereits angeordnet, einen Sachverständigen für Unfallanalytik hinzuziehen. Nach derzeitigen Erkenntnissen geht die Polizei weiterhin davon aus, dass der junge Mann zum Zeitpunkt der Kollision bereits auf der Straße lag, wie Eckel bestätigte. Hinsichtlich der Todesursache bedarf es noch weiterer Ermittlungen. Der Autofahrer rief nach der Kollision seinen Angaben nach im Schockzustand den Notruf und setzte die Rettungskette in Gang. Über die Beteiligung am Verkehrsunfall täuschte er jedoch hinweg und verließ danach die Unfallstelle. Hinweise darauf, dass der 32-Jährige zum Zeitpunkt des Unfalls unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand, liegen laut Polizei bislang nicht vor.

Ob der verstorbene 20-Jährige Alkohol konsumiert hat, darüber wird eine Obduktion Aufschluss geben. Diese wird am Dienstag durchgeführt. Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler durch die Obduktion, auch bei der Frage, ob der junge Mann bereits vorher von einem zweiten Fahrzeug angefahren wurde. „Es gibt bis dato aber gar keine Hinweise darauf“, betonte Polizeipressesprecher Eckel.

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