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05.10.2009

Falscher Alarm kann teuer werden

Burlafingen Der Vorsitzende der Burlafinger Schützen, Wolfgang Riesenegger, ist derzeit auf Vater Staat, in Sonderheit auf die Polizei, nicht allzu gut zu sprechen. Grund: Dem Verein flatterte vor einiger Zeit eine Rechnung des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West in Kempten über 105 Euro für einen Polizeieinsatz Mitte des Jahres ins Haus, bei dem außer Spesen nix gewesen war.

Anfang Juli schrillte kurz nach sechs Uhr beim Vereinswirt der Schützen das Telefon. Am anderen Ende der Leitung war allerdings kein Mensch - vielmehr hatte die im Schützenheim installierte Alarmanlage automatisch ein Warnsignal gesandt. Der Wirt ging folgerichtig davon aus, dass sich ungebetene Gäste an oder im Gebäude zu schaffen machen und alarmierte die Polizei. Wenige Minuten später waren vier Beamte sowie der Wirt beim Schützenheim. Von Einbrechern war jedoch nichts zu sehen, das Schützenheim lag völlig ruhig in der Morgensonne. Nachdem die Polizisten sich vergewissert hatten, dass weder ein Fenster eingeschlagen noch eine Tür aufgestemmt worden war, rückten sie wieder ab. Ihren morgendlichen Einsatz verbuchten sie als Fehlalarm ab.

Laut Vereinsvorstand Riesenegger waren die vier Ordnungshüter gerade einmal sieben Minuten am vermeintlichen Tatort zugange. Und dafür musste der Verein jetzt 105 Euro an die Staatskasse überweisen. "Maßlos überzogen", wie Wolfgang Riesenegger empfindet, der darauf verweist, dass die Polizisten "wahrscheinlich eh auf Streife waren und somit wohl kein großer Mehraufwand entstand". Die "Unverhältnismäßigkeit" der Kostenrechnung werde vor dem Hintergrund "von Hundertschaften von Polizisten, die bei Sportveranstaltungen die Sicherheit gewährleisten sollen" noch deutlicher, vor allem weil es zum Nulltarif für den Veranstalter geschehe. Riesenegger: "Auf der anderen Seite werden dann Einzelpersonen derart zur Kasse gebeten, obwohl uns schon vor Jahren ans Herz gelegt wurde, bei einem Alarmfall immer zuerst die Polizei zu verständigen."

Besonders auf die Palme gebracht aber hat den Burlafinger Schützenvorsitzenden nach eigenen Worten aber ein Antwortschreiben des Polizeipräsidiums auf einen Protestbrief des Vereins. Dort werde lediglich auf die gesetzlichen Grundlagen der Kostenrechnung hingewiesen, aber überhaupt nicht auf die Sorgen und Nöte des Klubs eingegangen, der angesichts der 105 Euro befürchtet, dass künftig bei einem Alarm niemand mehr die Polizei ruft. Die Schützen hätten viel Geld in die Sicherheit ihres Vereinsheims investiert - aber wenn niemand mehr sich traut, die Beamten zu rufen, "ist das der allgemeinen Sicherheit nicht zuträglich".

Falscher Alarm kann teuer werden

Der Polizei sind in solchen Fällen die Hände gebunden, wie ein Beamter erklärt. "Wir haben da keinerlei Ermessensspielraum, wir müssen uns an die Vorgaben des Kostengesetzes halten." Hauptkommissar Günter Gillich von der Polizeiinspektion Neu-Ulm verweist auf den großen Aufwand, den Alarme auslösen. "Wir müssen zunächst ja immer davon ausgehen, dass es sich um einen echten Alarm handelt. Dann läuft die ganze Maschinerie an, Streifen werden zusammengezogen, andere Tätigkeiten müssen unterbrochen werden und so weiter." Ein großer Aufwand, wie Gillich findet, der berichtet, dass "kaum ein Tag vergeht, an dem es keinen Fehlalarm gibt."

Die Kosten einer Falschmeldung werden jedem aufgebürdet. Wenn zum Beispiel ein Bankmitarbeiter einen Fehler macht oder die Alarmanlage im Neu-Ulmer Rathaus "spinnt" und die Polizei rückt an, wird kassiert. Nicht zur Kasse gebeten wären die Schützen jedoch, wenn tatsächlich Einbrecher in ihrem Heim gewesen wären.

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