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Jubiläum

23.01.2018

Fast wie auf dem Grünen Hügel

Opernhoffnung aus Günzburg: Bass Alexander Kiechle (rechts) zeigte beim Festabend sein Können. Er singt seit 2017 am Opernhaus Zürich.
Bild: Dagmar Hub

Der Richard-Wagner-Verband Ulm/Neu-Ulm feiert sein zehnjähriges Bestehen mit Stipendiaten und einem Bayreuther Siegfried

Zumindest in Sachen Dauer war das Jubiläum reif für den Grünen Hügel: Mit einem vierstündigen Konzertabend hat der Richard-Wagner-Verband Ulm/Neu-Ulm im Stadthaus sein zehnjähriges Bestehen gefeiert – mit neun Stipendiaten der Jahre 2012 bis 2017, mit Grußworten und Reden unter anderem von Horst Eggers, Präsident des Internationalen Richard-Wagner-Verbands, und von Kulturbürgermeisterin Iris Mann. Zum Abschluss sangen Stefan Vinke, der bei den Bayreuther Festspielen der letzten drei Jahre als Siegfried auf der Bühne stand, und seine Frau, die Sopranistin Sabine Vinke.

Vereinsvorsitzende Viola Lachenmann, die aus den Händen von Eggers das „Goldene W“ als höchste Auszeichnung des Internationalen Wagner-Verbands erhielt, hatte den (Neu-)Ulmer Verein vor zehn Jahren mit elf Mitgliedern gegründet. Heute hat er 80 Mitglieder, die zum einen junge Musiker fördern, zum anderen Wagners Werk verbreiten und das Verständnis dafür vertiefen wollen. Der designierte Ulmer Intendant Kay Metzger, selbst 1983 Stipendiat, deutete in seinem Grußwort an, dass bereits in seiner ersten Spielzeit eine Wagner-Oper auf dem Spielplan stehen werde. Gleichzeitig warb er für Unterstützung durch regionale Unternehmen.

Drei der neun Stipendiaten, die zum Jubiläum im Stadthaus gekommen waren, wurden mit „Bravo!“-Rufen gefeiert: Alexander Kiechle, I Chiao Shih und Konstantin Krimmel. 2011 nahm der Günzburger Kiechle erstmals am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teil – und wurde damals Bundessieger. Mit dem Abitur ging sein Traum in Erfüllung – als Wagner-Stipendiat durfte er zu den Bayreuther Festspielen reisen. Im Herbst 2017 startete der 24-jährige Bassist nach dem Studium sein erstes Engagement am Opernhaus Zürich. Mit dem schwierig zu singenden „Hier sitz’ ich zur Wacht“ aus Wagners „Götterdämmerung“ präsentierte sich Kiechle als zorniger, überzeugender Hagen und als große Zukunftshoffnung für die Opernbühnen.

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Gerade hat Konstantin Krimmel, Stipendiat 2017, seinen 25. Geburtstag gefeiert und debütierte an der Jungen Oper Stuttgart. Der Bariton, der in seiner Kindheit und Jugend bei den Ulmer St.-Georgs-Chorknaben sang, begeisterte mit Robert Schumanns „Die beiden Grenadiere“ und mit Wagners „Lied an den Abendstern“ aus „Tannhäuser“. Sympathiewellen kamen auch der am Theater Ulm engagierten Taiwanesin I Chiao Shih entgegen, die mit einem dramatischen „Weiche, Wotan, weiche!“ der Erda (aus „Rheingold“) einen beeindruckenden Schlusspunkt unter den ersten, von Markus Tatzig moderierten Teil des Abends setzte. Begeisterten Applaus ernteten auch der 23-jährige Nersinger Marc Deml, der heute in Speyer Trompete studiert, für seine Interpretation der „Fantasia Brillante“ und der koreanische Bass Don Lee, der mit „Mögest du, mein Kind, den fremden Mann willkommen heißen“ aus „Der fliegende Holländer“ brillierte.

Im zweiten Teil des Abends erfreuten Heldentenor Stefan Vinke und seine Frau Sabine die Stadthaus-Besucher wie bereits anlässlich des 200. Geburtstags Wagners 2013 mit der Brautgemach-Szene aus „Lohengrin“. Vinkes markig-leidenschaftlicher Stimmeinsatz hätte auch für das Münster ausgereicht. Sabine Vinke rührte mit „La mamma morta“ aus Giordanos „Andrea Chenier“. Im abschließenden Duett „Vicino a te“ aus dieser Oper zeigte der Tenor leichte Schwächen – wohl auch aufgrund der Anstrengung der vorher gesungenen „Lohengrin“-Szene. (köd)

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