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Roggenburg

25.04.2019

Ferienakademie: Schüler widmen sich im Kloster der Kunst

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Bei der Ferienakademie im Kloster Roggenburg dreht sich alles um Kunst: Die 16-jährige Carlotta (oben) arbeitet an einer Skulptur aus Gips, während die 14-jährige Annalena (unten links, graues Shirt) Hip-Hop tanzt.

Im Kloster Roggenburg schnuppern 145 Schüler bei der Ferienakademie in das Künstlerleben. Ihre Werke werden am Freitag ausgestellt und ihre Lehrer verfolgen ein bestimmtes Ziel.

Gefühlvoll bewegt Carlotta eine kleine silberne Spachtel in ihrer rechten Hand auf und ab. Jede Bewegung hinterlässt tiefe Furchen in der Gipsplastik, die vor ihr auf einer hölzernen Werkbank steht. Es ist bereits der dritte Tag der Ferienakademie im Kloster Roggenburg. Schon seit Montag arbeitet die 16-Jährige akribisch an ihrem Bildwerk. Bis Freitag soll es fertig sein, dann präsentieren die Jugendlichen und ihre Workshop-Leiter von 14 bis 16 Uhr ihre Ergebnisse aus fünf Tagen Ferienakademie im Zentrum für Familie, Umwelt und Kultur in Roggenburg.

„So eine Skulptur braucht viel Zeit“, sagt Carlotta unvermittelt, blickt auf und streicht sich mit ihrem Handgelenk die kurzen blonden Haare aus dem Gesicht. Die Skulptur als plastische Nachricht in die Zukunft – so lautet der Titel des Workshops von Bildhauer Fabian Vogler, den die Gymnasiastin aus Antdorf bei München besucht. Nachdem sie ihr Bildwerk kurz mit konzentriertem Blick gemustert hat, fügt sie hinzu: „Meine Arbeit stellt den Kontrast zwischen der Natur und der Urbanisierung dar.“

Workshops in Bildender Kunst, Musik, Theater und Tanz

Carlotta ist eine von 145 Schülern zwischen 14 und 18 Jahren, die an der Ferienakademie im Kloster Roggenburg teilnehmen. Schon zum 14. Mal bietet die Veranstaltung jungen, kreativen Menschen aus ganz Bayern die Möglichkeit sich fachlich und persönlich weiterzubilden. Die Workshops unterteilen sich in die Bereiche Bildende Kunst, Musik, Theater und Tanz. Organisiert wird die Veranstaltung vom Bildungszentrum gemeinsam mit dem Gymnasium Weißenhorn und dem Bildungsministerium.

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Ferienakademie im Kloster Roggenburg
Bild: Alexander Kaya

Zurück in Voglers Workshop. An einem Tisch am anderen Ende des weitläufigen Raumes sitzen Paula, 15, und Emily, 14. Die beiden Gymnasiastinnen aus Franken wollten etwas Neues ausprobieren und haben sich deshalb für die Ferienakademie beworben, berichten sie. Während Paula ihre Skulptur mit verschiedenen Farben bemalt, beginnt sie zu erzählen: „Es ist wirklich toll, alles sehr gemeinschaftlich hier. Wir machen gemeinsam Yoga oder singen im Chor.“

Die Kurse sind in den vergangenen Jahren technischer geworden

Genau das machen im Gebäude nebenan auch knapp 40 Jugendliche im Vokal-Musik-Workshop von Martin Danes. „Singen ist Leben“ lautet das Motto des Kurses – und das hört man. Noch etwas lauter ist es ein paar Türen weiter bei Choreograf Domenico Strazzeri. Vor einer verspiegelten Wand tanzen hier acht junge Mädchen leidenschaftlich zu Hip-Hop-Klängen aus einer großen Musikanlage. Eine der Tänzerinnen ist die 14-jährige Annalena aus Augsburg. Sie ist zum ersten Mal bei der Ferienakademie, wie sie noch etwas außer Atem berichtet: „Ich tanze schon seit zehn Jahren Ballett, jetzt wollte ich mal etwas Neues ausprobieren.“

Diese Idee hatten auch Amelie, 14, aus Aichach und Laos, 18, aus Vöhringen. Die beiden basteln im Workshop von Tanja Hartlieb Kameras aus Pappe und Karton und probieren sich anschließend auf dem Klostergelände in der analogen Fotografie. Laos: „Ein Foto braucht Zeit und viele Arbeitsschritte, das ist sehr interessant – ganz anders als bei der digitalen Fotografie.“

Digital geht es im Kurs von Felix Kraus und Bianca Kennedy zu. Hier widmen sich die Schüler der Videokunst. Kennedy war bei der ersten Ferienakademie im Jahr 2005 selbst als Teilnehmerin dabei. Heute vermittelt sie Jugendlichen, wie man Film manipuliert – etwa werden Einzelbilder zu einem Video geschnitten. Viel verändert habe sich in all den Jahren nicht, erzählt die 29-Jährige. Die Kurse seien lediglich technischer geworden, zum Beispiel gibt es heuer keinen Workshop für Malerei. Das Ziel sei jedoch nach wie vor das gleiche, sagt die Künstlerin: Die Jugendlichen sollen etwas fürs Leben lernen, ganz egal, wohin ihre berufliche Reise später geht.

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