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Neu-Ulm

20.11.2018

Fernost trifft Abendland beim Sinfonischen Blasorchester

Leistete mit dem Sinfonischen Blasorchester Ulm wieder Außergewöhnliches: Dirigent Douglas Bostock (rechts).
Bild: Florian L. Arnold

Das Sinfonische Blasorchester Ulm präsentiert im Edwin-Scharff-Haus Neu-Ulm moderne Musik aus aller Welt. Die unbekannten Werke sind es wert, entdeckt zu werden.

Zeitgenössische Musik aus Fernost – die hört man hierzulande selten. Schade, denn das Sinfonische Blasorchester Ulm (SBU) macht vor, dass man es hier mit fantasievoll orchestrierter, durchweg anhörbarer moderner Musik in Berührung kommt, die es allemal wert ist, entdeckt zu werden.

Mit dem Japaner Yasuhide Ito ist das Orchester ebenso seit Langem verbunden wie mit dem in diesem Herbst verstorbenen Isao Matsushita. Eine regelrechte Freundschaft, geknüpft in Person des Dirigenten Douglas Bostock, der in seiner langen Karriere immer ein Fürsprecher für selten Gehörtes und Unterschätztes war.

Das Sinfonische Blasorchester Ulm spielt in Neu-Ulm prächtig auf

Im Neu-Ulmer Edwin-Scharff-Haus servierte das prachtvoll aufspielende Orchester, das mit Ausnahme von Piano (Janis Pfeifer) und Schlagwerk durchweg aus Blasinstrumenten besetzt ist, funkelnde Partituren, eigens geschrieben für Holz- und Blechbläser. Furios trumpft Itos „Festeggiamo e Cantiamo“ mit Variationen des „Adeste Fideles“ auf. Hier verbindet sich fernöstlicher Klangduktus mit europäischer Melodie und bildet einen starken Auftakt für dieses „East meets West“-Konzert, das mit Isao Matsushitas „Tenku-no-Inori“ (Gebet des Firmaments) ein fulminantes Konzert-im-Konzert bot: eine flirrende, mitunter mächtig aufdrehende Komposition zwischen wichtiger Fanfare und zartem Klangcluster.

Nicht minder beeindruckend Yos Vaneesorns „Enchanting Reeds“, das mit gehauchten Klängen, Soli für Klarinette und subtilen Melodien gefiel. Etwas aus dem Rahmen fiel die eklektizistische „Suite Astoria“ von Israel Alsono. Gewiss gab dieses Werk dem fabelhaften Orchester alle Gelegenheit, seine Facetten auszuspielen; als Komposition hingegen machte diese Suite einen collagehaften Eindruck, die nicht alles einlösen konnte, was sie mit martialischem Schlagwerk und einer Vielzahl von Referenzen aus der abendländischen Musik versprach.

Mit dem überschwänglichen „Nippon Hey“ im Zugabenteil – schon fast so etwas wie eine Erkennungsmelodie des Sinfonischen Blasorchesters – und dem traumartigen „Il Cantico“ des Schweizers Oliver Waespi gelang auch im Finale eine fabelhafte Verschmelzung von Fernost und Abendland, und einmal mehr hatte Dirigent Douglas Bostock unter Beweis gestellt, was für ein formidables Orchester das SBU ist.

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