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Holzheim

02.11.2019

Fernwärme: Sind die Rohre falsch verlegt?

In Holzheim wird derzeit die neue Fernwärme installiert. Aufregung gab es dieser Tage in Holzheim über angeblich nicht vorschriftsmäßig verlegte Fernwärme-Rohre.
Bild: Willi Baur

In Holzheim kursieren Gerüchte über eine mögliche Legionellen-Gefahr im Trinkwasser. Was die Betreiberfirma dazu sagt.

Kommt mit der Inbetriebnahme der Fernwärmeleitung lauwarmes, womöglich sogar von Legionellen befallenes Trinkwasser aus Duschen und Zapfstellen, wie dieser Tage bei verschiedenen Gelegenheiten in der 1900-Seelen-Gemeinde verbreitet wurde? „Unsinn“, betonen Verantwortliche der Betreiberfirma, die derzeit einen ersten Strang des geplanten Wärmenetzes in Holzheim verlegen lassen. Die Befürchtungen entbehrten jeglicher Grundlage.

Den Gerüchten zufolge haben die in den vergangenen Wochen verlegten Fernwärme-Rohre zu wenig Abstand zum Leitungsnetz der Trinkwasserversorgung. Dadurch würden neben den interessierten Haushalten, wie eigentlich geplant, auch die kommunalen Wasserleitungen erwärmt. Mit den erwähnten Folgen eben. Es sei denn, die Rohre würden wieder ausgegraben und neu verlegt.

Alle Abstände zu Leitungen werden eingehalten

Benedikt Sinner, Mitglied der Teamleitung von GP Joule, widerspricht dem auf Nachfrage unserer Zeitung vehement: „Wir werden sicherstellen, dass alle Vorgaben aus technischen Regelwerken zu Abständen eingehalten werden“, versichert er in einer E-Mail, die unserer Redaktion vorliegt. Die in der Dorfmitte verlegte Wärmeleitung sei nochmals hinsichtlich der Abstände geprüft worden. Ergebnis: „Hier sind keine Veränderungen nötig.“

Fernwärme: Sind die Rohre falsch verlegt?

Im Bereich der Bauerngasse allerdings werde ein überschaubarer Abschnitt derzeit noch geprüft. Das Problem hier sei indes nicht eine befürchtete Wärmekopplung, wie Sinner zuvor in einem längeren Telefonat erläutert hatte. Vielmehr gehe es dabei um einen ungehinderten Zugang zum Wasserrohr für immer wieder mal anfallende Instandsetzungsarbeiten. Der Sprecher des Unternehmens, das nach bisher bekannten Informationen als Alleingesellschafter der vor Ort aktiven Renergiewerke Holzheim fungiert, wollte diesen Sachverhalt als Auslöser der Gerüchte nicht ausschließen.

„Nichts dran“ sei demgegenüber an der in diesem Zusammenhang ebenfalls kolportierten Entlassung des bisherigen Bauleiters. Der habe vielmehr im Zuge eines personellen Austausches ein anderes Projekt übernommen, was bei Vorhaben dieser Größenordnung nicht unüblich sei. Anderen zuverlässigen Quellen zufolge haben dazu auch „atmosphärische Störungen“ zwischen ihm und der Gemeindeverwaltung zumindest beigetragen.

Kaum Folgen für den Zeitplan der Fernwärme

Wie auch immer: Sofern im Problembereich an der Bauerngasse Veränderungen notwendig würden, so Sinner weiter, „werden wir diese in Abstimmung mit der Gemeinde auch vornehmen“.

Nennenswerte Folgen für den Zeitplan erwartet er dadurch nicht. „Auch für unsere inzwischen gewonnenen Kunden wird sich nichts ändern.“ Ziel sei nach wie vor eine Inbetriebnahme der Fernwärmeversorgung im Frühjahr 2020. Darauf hofft auch Armin Frank als Mitbetreiber der Biogasanlage am nördlichen Ortsrand, die bekanntlich die Energie für das Projekt liefern soll.

Ihm seien die Gerüchte ebenfalls zu Ohren gekommen, bestätigt der Landwirt und Unternehmer Frank, wundert sich aber und spricht dabei auch für seinen Kollegen Stefan Schweigart: „Uns fragt da niemand.“ Dabei habe er sich, zumal an einer planmäßigen Realisierung naturgemäß besonders interessiert, regelmäßig davon an der Baustelle überzeugt.

Ihm seien die gerüchteweise verbreiteten Rückschlüsse unerklärlich, sagt Frank, „die Wasserrohre sind 1,80 Meter tief verlegt, das Wärmenetz zwischen 80 und 90 Zentimetern“. Wie hier ein Wärmetausch möglich sein sollte, könne ihm „physikalisch niemand erklären“.

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