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11.06.2015

Feuerwehr-Hochzeit ist geplatzt

Die Feuerwehren Nersingen-Leibi (von links unten im Uhrzeigersinn) und Ober- und Unterfahlheim werden nicht fusionieren. Alles bleibt beim Alten. Die Straßer Wehr wäre von der Fusion nicht betroffen gewesen.

Die Fusion der Löschkräfte aus Nersingen und Fahlheim ist gescheitert. Zufrieden ist damit niemand, doch letztlich sei kein geeigneter Standort für ein neues Haus gefunden worden

Jäh ist der Traum von der großen Hochzeit und dem gemeinsamen Haus geplatzt. Der Standort für Letzteres war wohl der Grund für das plötzliche Ende einer eigentlich harmonischen Beziehung. Es geht um die Feuerwehren in Nersingen-Leibi und Ober- und Unterfahlheim: Diese hatten fest vor, den Bund fürs Leben einzugehen. Das zumindest ergab eine Abstimmung vor einem Jahr unter den Löschkräften. Dass daraus jetzt aber doch nichts wird, wurde bei der jüngsten Gemeinderatssitzung bekannt gegeben und von den Gemeinderäten einstimmig beschlossen.

In Gang kam die Überlegung überhaupt erst, weil die Gemeinde 2012 beschloss, einen Feuerwehrbedarfsplan erstellen zu lassen. Sprich: Eine Beratungsfirma wurde damit beauftragt, eine Art Rundum-sorglos-Paket für alle Feuerwehren der Gemeinde zu erstellen: Wie alt sind die Fahrzeuge? Welches Equipment wird benötigt? In welchem Zustand sind die Feuerwehrhäuser? Auf diese Frage gab es ziemlich bald eine Antwort: Das Straßer Gebäude ist gut in Schuss, schlechter ist es um die Häuser in den anderen Ortsteilen bestellt. Als Lösung standen zwei Überlegungen im Raum: Entweder alle Gebäude werden saniert und erweitert, oder die vier Ortsteile (Nersingen, Leibi, Ober- und Unterfahlheim) bekommen ein gemeinsames großes Haus.

Bürgermeister Erich Winkler betonte immer wieder, dass „es oberste Prämisse war, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen“. Und obwohl Gemeindeverwaltung und der Großteil der Feuerwehren immer der Meinung waren, ein einziger Standort wäre besser, habe es laut Winkler immer wieder auch „emotionale“ Misstöne von Feuerwehrlern gegeben, die unter anderem nicht eingesehen hätten, einen weiteren Weg zum neuen Feuerwehrhaus aufzunehmen als bisher. Letztlich aber ist das offenbar nicht der alleinige Grund für die geplatzte Fusion gewesen: „Wir haben einfach kein Grundstück gefunden, wo alle Faktoren zusammengepasst haben.“ Damit meint er zum einen die Entfernungen des neuen Gebäudes zum Wohnort der Feuerwehrler, zum anderen aber auch die Zufahrten zum Grundstück. „Die Gemeinde hat nicht viele Bereiche, die ihr selbst gehören“, so Winkler. Also seien Verhandlungen mit Grundstückseigentümern geführt worden. Im Gespräch waren unter anderem Flächen entlang der B10 zwischen Nersingen und Unterfahlheim. „Wir haben einfach keine Lösung für alle Faktoren gefunden“, sagte Winkler. Deren Kommandaten, die beide für die Zusammenlegung stimmten, waren allerdings kurz nach der Gemeinderatssitzung irritiert und erschrocken: „Es kam so rüber, als wären wir schuld, dass es nicht klappt“, sagte Andreas Frey, Kommandant der Fahlheimer Wehr, und sein Nersinger Kollege Mario Mack sagte: „Ich hab damit gerechnet, dass es zur Zusammenlegung kommt.“ Winkler betonte, es hätte nicht der Eindruck entstehen sollen, „nur die Feuerwehren seien schuld. Es hat einfach alles nicht gepasst.“ Frey und Mack bedauern das: „Es ist schade. Eine Zusammenlegung wäre eine langfristige Lösung gewesen.“ Doch nun werde in die Zukunft geblickt: „Die Zusammenarbeit unter den Wehren wird nach wie vor gut bleiben.“

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