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Nu-Ulm

06.11.2019

Feuerwehrmänner wollen mit Klettertour Spenden sammeln

Die Kletterer Dominik Gavranaj (links) und Stefan Cartridge in der Neu-Ulmer Kletterhalle.
Bild: Sebastian Mayr

Dominik Gavranaj und Stefan Partridge planen, in drei Tagen auf die Drei Zinnen zu steigen und Spenden für Handicap-Kletterer in Neu-Ulm zu sammeln.

Eigentlich zählt beim Klettern jedes Gramm Gewicht – und damit auch jeder Gegenstand, der in den Rucksack wandert. Aber für eine Foto-Drohne muss trotzdem Platz sein, wenn sich Dominik Gavranaj und Stefan Partridge daran machen, die Drei Zinnen an drei Tagen zu besteigen. Bei ihrem Projekt in den Dolomiten wollen die beiden Männer an ihre eigenen Grenzen gehen – und gleichzeitig etwas Gutes tun. Die Alpinisten, die regelmäßig in der Neu-Ulmer Kletterhalle Sparkassendome trainieren, wollen für ihre Tour Sponsoren suchen und mit dem Geld die Neu-Ulmer Handicap-Kletterer und das Kinderhospiz in Bad Grönenbach im Unterallgäu unterstützen. „Wir sind keine Profis. Wir sind Bergfreunde, die das Ziel haben, anderen Menschen zu helfen“, sagt Gavranaj.

Seit fast drei Jahren sind die beiden als Seilschaft unterwegs, kennengelernt haben sie sich als hauptamtliche Werksfeuerwehrmänner bei Evobus in Neu-Ulm. Der Göppinger Partridge, 31, arbeitet noch immer dort. Der Dietenheimer Gavranaj, 24, ist inzwischen als hauptamtlicher Rettungssanitäter tätig. Die Große Zinne haben die beiden schon gemeinsam bestiegen – Gavranaj ohne Kreuzband, das sich kurz davor aufgelöst hatte. Am Tag nach dem Aufstieg ließ er sich operieren, machte lange Pause und will im kommenden Jahr gemeinsam mit seinem Kameraden eine ordentliche Schippe drauflegen: Mit zehn bis 15 Stunden am Tag rechnen die beiden – für jede der Drei Zinnen, die sie im Juni oder Juli innerhalb von drei Tagen erklimmen wollen. „Das ist mit Abstand unser bisher anspruchsvollstes Projekt“, sagt Stefan Partridge, der erfahrenere der beiden Kletterer. Er und Gavranaj trainieren zweimal wöchentlich in der Neu-Ulmer Kletterhalle, dazukommen Fitnesstraining und Bouldern – also Klettern ohne Seil in Absprunghöhe.

Sparkassendome: Training in der Kletterhalle in Neu-Ulm

Trainiert wird auch draußen – bei Touren im Allgäu und in Österreich. Wenn der Weg auf die Drei Zinnen ansteht, haben Gavranaj und Partridge vor, ein Wohnmobil am Stellplatz bei der Auronzo-Hütte abstellen – direkt am Fuß der mächtigen und berühmten Erhebungen. So wollen die beiden Zeit sparen; anders wäre das Projekt innerhalb von drei Tagen wohl nicht zu meistern. Den Aufstieg möchten die Bergfreunde mit Fotos und Videos festhalten – deswegen die Drohne. Die Aufnahmen der Drohne sollen einen Geschmack in das eindrucksvolle Panorama geben, das die bekannten Gipfel bieten. Darüber hinaus wollen die beiden Helmkameras mit in die Dolomiten nehmen. Gavranaj plant, ein Video zu schneiden, das als Ansporn für andere Kletterer dienen soll. Und als Einblick für diejenigen, die es nicht selbst auf die Drei Zinnen schaffen.

Feuerwehrmänner wollen mit Klettertour Spenden sammeln

Auch, wenn das Projekt viel Können erfordert: Die beiden Bergsportler sehen bei anderen noch größere Leistungen. Zum Beispiel bei den Handicap-Kletterern: das sind Menschen mit körperlichen Einschränkungen, die an der Kletterwand trainieren. Dominik Gavranaj erinnert sich, als er sie zum ersten Mal in der Neu-Ulmer Kletterhalle sah – und beeindruckt war: „Wie schafft es einer der einen Unfall hatte, hier an der Wand zu sein“, fragte er sich. Er und Partridge wollen diese Sportler unterstützen – und andere, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Vielleicht komme ein Euro pro Meter Kletterhöhe zusammen, überlegt der Dietenheimer. Das wären dann rund 1500 Euro. Hoffentlich aber finde er noch mehr Unterstützer.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es auf facebook.com/HelfendurchKlettern

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