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Weißenhorn

16.01.2019

Filmemacherin Lisa Miller spricht über ihr Leben nach „Landrauschen“

Im April 2018 lief „Landrauschen“ in den Kinos an. Lisa Miller (rechts) und Hauptdarstellerin Kathi Wolf feierten den Start in Roggenburg.
Bild: Andreas Brücken (Archivfoto)

Plus Mit ihrem Film machte die Regisseurin Bubenhausen in Deutschland und anderen Ländern bekannt. Jetzt ist sie selbst Jury-Mitglied beim Max-Ophüls-Festival.

Wenn Lisa Miller an die vergangenen zwölf Monate zurückdenkt, wirkt die sonst so ausgeglichne Regisseurin ziemlich aufgeregt. Kein Wunder – ging ihr Heimatfilm „Landrauschen“ doch förmlich durch die Decke. Der Debütstreifen der 32-Jährigen aus Bubenhausen wurde unerwartet vor einem Jahr mit dem Haupreis und noch zwei weiteren Preisen beim renommierten Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken ausgezeichnet. Das öffnete der Filmemacherin und ihrem Team viele Türen: Bundesweit lief der Spielfilm in den Kinos, insgesamt 40000 Menschen sahen „Landrauschen“ auf der Leinwand, Tausende allein in der Region. Auch auf DVD ist er erschienen.

Hinzu kamen weitere Auszeichnungen und Preise: Noch vor dem Kinostart wurde der Überraschungshit bei der Berlinale gezeigt, im April 2018 folgte der Publikumspreis beim Filmfestival „Queergestreift“ in Konstanz und die Prämierung als „Best Feature“ beim ARC- Festival in Mainz. Jüngst erhielt die Filmemacherin für ihr Werk auch die höchste Auszeichnung ihrer Heimatstadt Weißenhorn: die Ehrennadel.

Für ihr Werk erhält sie auch die Ehrennadel der Stadt Weißenhorn

Bürgermeister Wolfgang Fendt sagte bei der Verleihung auf dem Neujahrsempfang, dass sich Miller mit ihrem Film um das Ansehen der Fuggerstadt international verdient gemacht habe. Der Film wurde sogar in Spanien, Georgien und Mexiko gezeigt. Als einzigen Kritikpunkt an dem Werk konnte sich der Rathauschef jedoch eine Bemerkung augenzwinkernd nicht verkneifen: „Sie hätten die Kamera nicht so scharf auf den brüchigen Straßenbelag in Bubenhausen richten sollen.“

Bereits in der Produktionsphase des Filmes steuerte die Stadt einen Zuschuss von 6000 Euro bei. Zudem unterstützten Privatpersonen das Projekt finanziell oder durch ihre Mitarbeit. Miller selbst war über die Wahl der Jury für die städtische Auszeichnung überrascht, wie sie im Gespräch mit unserer Redaktion sagt: „Ich dachte, dafür muss man sehr alt sein, um das zu verdienen.“

Den feierlichen Rahmen des Weißenhorner Neujahrsempfangs nutzte Miller gleich, um vor großem Publikum die Gründung eines Kulturfördertopfes für den Landkreis Neu-Ulm vorzuschlagen: „Künstler müssen oft für ihre Projekte in große finanzielle Vorleistungen treten, die besonders von jungen Leuten noch nicht geleistet werden können.“ Die Stadt Ulm gehe da mit einer spartenübergreifenden Projektförderung für außergewöhnliche Vorhaben mit gutem Vorbild voran, sagte Miller.

Hauptdarstellerin Kathi Wolf moderiert das Filmfestival in Saarbrücken

Es sei nicht einfach gewesen, die Ereignisse des vergangenen Jahres zu verarbeiten, erzählt die Regisseurin im persönlichen Gespräch nach der Veranstaltung. Erst mit der Weihnachtspause, als etwas Ruhe in ihr bewegtes Leben eingekehrt sei, habe sie den Erfolg mit dem Heimatfilm tatsächlich realisiert. In diesem Jahr sitzt Lisa Miller nun sogar selbst in der Jury des Max-Ophüls-Filmfestivals in Saarbrücken. Kathi Wolf, die in „Landrauschen“ die Hauptrolle neben Nadine Sauter spielt, wird als Moderatorin durch das Festival führen.

Was kommt danach? Lisa Miller sagt: „Jetzt will ich zeigen, dass ’Landrauschen’ keine Eintagsfliege bleibt.“ Entspannt wie noch nie könne sie sich ans Werk machen. Denn statt mit ihren Projekten hausieren gehen zu müssen, kann sich die Filmemacherin am Gegenteil erfreuen, wie sie sagt: „Jetzt werde ich angerufen – beruflich könnte es nicht besser laufen.“ Auf die Frage nach ihrem nächsten Projekt antwortet sie allerdings nur mit einem selbstbewussten Lachen. „Das wird nicht verraten“, sagt sie. Momentan lässt sie lediglich durchblicken, dass es auch etwas mit Heimat zu tun hat.

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