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Neu-Ulm

24.04.2015

Finninger stehen unter Strom

Die Stadt wünscht sich eine Verlegung dieser Hochspannungsleitung in den Finninger Süden.
Bild: Ranft

Eine Hochspannungsleitung erhitzt bei der Bürgerversammlung die Gemüter im Neu-Ulmer Stadtteil Finningen

Die Gemeinschaftshalle in Finningen war mit 80 abendlichen Gästen zur Bürgerversammlung gut gefüllt. Dennoch war die Veranstaltung nach 62 Minuten schon am Ende. In dieser kurzen Zeit hatte die Verwaltung zur Lage der Stadt berichtet, hatten acht Besucher in friedlicher Atmosphäre die sich anschließende Fragerunde genutzt.

Nur einmal drohte es heftig zu werden, als die von den Lechwerken geplante Leistungserhöhung, der übers Dorf und einen Kinderspielplatz hinwegführenden Hochspannungsleitung ins Spiel kam. Ein paar Dutzend Einwohner hätten zum Planfeststellungsverfahren Einwände erhoben und diese schon im Oktober der Regierung von Schwaben zugestellt. Bis heute liege keine Antwort vor, klagte ein Bürger, nicht mal der Empfang sei bestätigt worden. Da müsse sich unbedingt die Stadt mal kümmern. Der Oberbürgermeister mochte beteuern, die Stadt sei da nicht zuständig, sie habe sogar die Einwände der Finninger übernommen und in der eigenen Stellungnahme die Verlegung der Leitung an den südlichen Ortsrand vorgeschlagen. Der Fragesteller, nun von einer Tischnachbarin unterstützt, gab sich unwirsch. Das sei unerträglich, in dieser Weise von den Behörden behandelt zu werden. Oberbürgermeister Gerold Noerenberg regte an, die Betroffenen sollten sich an den Regierungspräsidenten wenden, „der hat eine sehr hilfsbereite Sekretärin“.

Ein paar Anregungen zur Verkehrssicherheit, zur Sauberkeit und zum Blumenschmuck im Ort wurden noch vorgebracht. Der Platz vor dem Kindergarten und der Bankfiliale sei uneben und nach Regenfällen ständig mit Wasserlachen überzogen, stellte ein Gast fest. Ein anderer mahnte die energetische Sanierung der Alten Schule an und schlug vor, den Platz davor staubfrei zu machen. Im Winter und bei ungünstigem Wetter bilde sich dort „immer ein Mordsdreck, der überall ins Haus getragen wird“. Der Oberbürgermeister will beide Orte anschauen lassen, lehnte aber weitere Investitionen ins ehemalige Schulgebäude ab. Erst müssten alle Arbeiten an Finningens Gemeinschaftshalle abgeschlossen sein. Außerdem sei noch viel Geld in die Infrastruktur der Stadt zu investieren, „beispielsweise der große Brocken um zwölf Millionen Euro für die Mark-Twain-Grundschule im Wiley“.

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In Augenschein nehmen will Noerenberg allerdings die Zufahrt eines Anliegers der Dorfstraße, um entscheiden zu können, ob dort ein Verkehrsspiegel sinnvoll sein könnte. Wegen der parkenden Gästefahrzeuge beider Dorfwirtshäuser sei die Ausfahrt extrem riskant. Weil der Gartenbauverein die Pflege übernehmen will, sagte der Oberbürgermeister spontan zu, für den aus Altersgründen aus der Ortsmitte entfernten Pflanzkübel Ersatz zu schaffen.

Den von einer Besucherin angeregten „kostenlosen Dauerflohmarkt wie in Passau“ wird es am Wertstoffhof Breitenhof allerdings nicht geben. Dort fehle die entsprechende Halle. Außerdem könne die Stadt als kreisabhängige Gemeinde nicht nach Belieben über die von den Bürgern ausgesonderten Gegenstände verfügen. Da sei der Landkreis zuständig. Abgelehnt hat der Oberbürgermeister auch, nahe der Einmündung der Neu-Ulmer Turmstraße in die Memminger Straße einen Verkehrsspiegel anbringen zu lassen. Dort sei er völlig überflüssig, was er selbst gut beurteilen könne, „weil ich dort täglich vorbeikomme.“

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