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Weißenhorn

27.03.2015

Flüchtlingsheim bei der Realschule ist vom Tisch

Das geplante Flüchtlingsheim bei der Realschule wird nicht gebaut – das Projekt ist vom Tisch: Dies bestätigten die Investoren sowie der Eigentümer der dafür ins Auge gefassten Immobilie gestern übereinstimmend.
Bild: Alexander Kaya (Archiv)

Investoren und Besitzer der anvisierten Immobilie können sich nicht einigen

Das geplante Flüchtlingsheim bei der Realschule wird nicht gebaut – das Projekt ist vom Tisch: Dies bestätigten die Investoren sowie der Eigentümer der dafür ins Auge gefassten Immobilie gestern übereinstimmend. Über die Hintergründe des Scheiterns gehen die Meinungen jedoch auseinander. Von Seiten der Planer war zu hören, das Prozedere auf dem Weg zur Umsetzung habe dem Besitzer der ehemaligen Firma wohl zu lange gedauert, weswegen dieser den Rückzug eingeleitet habe. Das bestreitet der Eigentümer allerdings, man habe sich einfach „anderweitig orientiert“, sagte er auf Anfrage.

Er sei von den Investoren dahingehend informiert worden, dass das Firmengelände bereits an einen Dritten veräußert wurde, sagt Bürgermeister Wolfgang Fendt. „Es ist anständig von ihnen, das mitzuteilen.“ Aus seiner Sicht hätte die Unterkunft eine „gute Sache“ werden können. Allerdings seien nie belastbare Unterlagen dazu vorgelegen.

Versprochen war ein Vorzeige-Flüchtlingsprojekt: Rund 70 Asylbewerber hätten in den gepflegten Räumen in der Maria-Theresia-Straße Platz finden können, womöglich sogar bis zu 100, hieß es. Vorgesehen war eine Art Begegnungszentrum, samt Betreuungsprogramm mit Kursen und Seminaren. Im Bauausschuss der Stadt fiel eine Voranfrage Mitte November, wie berichtet, jedoch durch. Zu spärlich waren aus Sicht der Stadträte die vorliegenden Informationen zu dem Projekt. Außerdem wurde kritisiert, dass die Planer noch nicht mit Anwohnern gesprochen hatten.

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Anonyme Briefe machten die Runde. Darin wurde das geplante Flüchtlingsheim als fehl am Platze bezeichnet, vor allem wegen der nahen Schule. „Anmachen“ seien hier vorprogrammiert, die Unterkunft werde die Immobilienpreise im Umfeld sinken lassen, lauteten die Befürchtungen. Die Ablehnung im Bauausschuss erfolgte einstimmig. Lägen weitere Erkenntnisse vor, könne man erneut beraten, hieß es damals.

Doch dazu kam es nicht mehr. Die Investoren sicherten nach der Absage zwar zu, mit den Anliegern sprechen zu wollen. Allerdings gestalteten sich die Verhandlungen über das Projekt hinter den Kulissen offenbar als schwierig. Plötzlich war von einem Vorkaufsrecht der Firma Peri für das Areal die Rede. Davon zeigten sich die Investoren nach eigenem Bekunden überrascht, wollten ihr Vorhaben aber noch nicht verloren geben. Sie würden die Situation juristisch prüfen lassen, sagten sie zum Jahreswechsel. Danach war wochenlang nichts mehr zu hören. Jetzt steht fest, was mancher Beobachter vielleicht bereits vermutete: Das Aus ist besiegelt.

Von seiner Seite her ist das Projekt gestorben, sagte der Besitzer von Grundstück und Gebäude gestern auf Anfrage, ohne Details zu nennen. Spekulationen verbitte er sich, machte er deutlich.

Die Investoren konnten ihre Enttäuschung nur schwer verbergen: „Wir haben sehr lange an dem Projekt gearbeitet“, sagte der Krumbacher Anwalt Peter Faist. Er sprach von einem „Rückzieher“. Faists Kompagnon betonte, man wolle „keine Schmutzwäsche waschen“. Es sei das gute Recht des Besitzers, sich neu zu orientiern. Einen Rechtsstreit wolle man vermeiden.

Beide ließen offen, ob sie weitere Flüchtlings-Projekte planen. Zunächst stehe „eine Verschnaufpause“ an, sagte Faist. „Wir wollen unser Konzept weiterhin umsetzen, habe aber momentan keine Immobilie in Aussicht.“

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