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Neu-Ulm

10.09.2019

Förderkreis: Wall der Bundesfestung beim Barfüßer soll erhalten bleiben

Der Anstieg zum Barfüßer-Gebäude ist Teil der Bundesfestung – und sollte unbedingt erhalten bleiben, fordert der Freundeskreis.
Bild: Alexander Kaya

Der Förderkreis Bundesfestung Ulm verweist auf das denkmalgeschützte Glacis auf dem Barfüßer-Gelände. Die CSU-Fraktion kritisiert derweil derzeitigen Neubaupläne.

Über die Zukunft des Geländes des Neu-Ulmer Barfüßers wird derzeit viel diskutiert, nun hat sich auch die Förderkreis Bundesfestung Ulm in der Debatte zu Wort gemeldet – und verweist in seiner Presseerklärung auf einen Aspekt, der aus Sicht des Vereins bisher vernachlässigt wurde.

Demnach sei bislang außen vor geblieben, dass es sich bei dem flach ansteigenden Gelände, auf dem der Biergarten betrieben und das als Parkplatz genutzt wird, um „einen unscheinbaren aber wichtigen“ Teil der Bundesfestung handelt – nämlich das künstlich angelegte und nach Angaben des Förderkreises deshalb unter Denkmalschutz stehende Glacis. In diesem Bereich begann demnach die Festungsanlage „auf dem rechten Donauufer“ – erbaut von 1844 bis 1850.

Förderkreis: Geplantes Bauprojekt würde weiten Teil der Bundesfestung zerstören

Der Förderkreis betont in seinem Schreiben: „Würde das Bauprojekt wie geplant umgesetzt werden, würde erneut ein weiter Teil der Bundesfestung zerstört werden und Neu-Ulm abermals ein Stück Geschichte und Identität für immer verlieren!“ Der Verein fordert deshalb, unabhängig von einem Neubau oder einer Neugestaltung des Geländes, den Erhalt des geschützten Glacis. Zum einen, weil nur noch hier der östliche Beginn des Neu-Ulmer Festungsbereichs erkennbar sei, zum anderen weil der beeindruckende Baumbestand hier zur Festungsanlage gehöre.

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Wie berichtet, plant Pächter Eberhard Riedmüller, das bestehende Gebäude abreißen und durch einen Neubau samt Hotel und Tiefgarage ersetzen zu lassen. Derzeit verhandelt er mit der Stadt über diese Pläne. Weil nach dem bisherigen Konzept wohl ein Großteil der Bäume auf dem Grundstück gefällt werden müsste, regte sich Kritik seitens des Bund Naturschutz. Denn die Bäume seien teilweise über 100 Jahre alt, befänden sich zudem in einem guten Zustand. Derzeit beschäftigt sich ein Gutachter mit der Frage, wie gut oder schlecht es den alten Bäumen auf dem Gelände geht.

Lesen Sie hierzu: Ein Gutachter untersucht jetzt die Bäume am Barfüßer

Zuletzt hat auch eine Gruppe von Bürgern – Kulturschaffende und Anwohner – ein umfassendes Konzept erstellt, wie das Areal zu einem „modernen soziokulturellem Zentrum“ werden könnte – genauer gesagt: zum „Kulturwerk Neu-Ulm“. Die FWG-Fraktion hat Antrag gestellt, dass die Verwaltung das Konzept prüfen und der Nutzungsvorschlag danach dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt werden soll.

Lesen Sie auch: Wird der Barfüßer in Neu-Ulm zum Kulturzentrum?

Die CSU-Fraktion im Neu-Ulmer Stadtrat hat mittlerweile ebenfalls einen Antrag zur Zukunft des Grundstücks, auf dem sich einst ein Offizierskasino befand, gestellt – und darin eine Kombination von Riedmüllers Plänen und denen der Bürgergruppe dargestellt. So möchte die Fraktion die Nutzung des Areals durch einen „gut funktionierenden und bei der Bevölkerung hoch beliebten Gastronomiebetrieb“ mit Biergarten und Hotelbetten fortsetzen – zugleich soll das Gelände um Räumlichkeiten für eine „kulturelle und gesellschaftliche Nutzung“ erweitert werden. Aus Sicht der CSU sei der aktuell geschätzt Sanierungsbedarf von knapp fünf Millionen Euro nicht stemmbar für die Stadt, deshalb wolle man den Weiterbetrieb beziehungsweise die Wiederaufnahme des Gastronomiebetriebs gesichert wissen.

CSU-Fraktion im Neu-Ulmer Stadtrat: Derzeitige Pläne "keinesfalls zufriedenstellend"

Die bisherigen Pläne von Pächter Riedmüller seien für die Fraktion „keinesfalls zufriedenstellend“. Verlieren möchte man ihn als Pächter allerdings auch nicht, wie aus dem Antrag hervorgeht. „Klar ist aber auch, dass wir die Erinnerungskultur aufrechterhalten wollen und demnach eindeutige Vorstellungen vom künftigen Bau des ,neuen Barfüßer‘ haben, die wir nachdrücklich umgesetzt sehen wollen.“ Gegen einen Neubau hat die Fraktion nichts – solange der Baustil des neuen Gebäudes dem aktuellen „möglichst nahekommt“. Die Erinnerungskultur soll beispielsweise mit Fotos aus den Jahren des amerikanischen Offiziersclubs oder der entsprechenden Benennung von Hotelzimmern gelebt werden. Auch das Grün auf dem Gelände soll möglichst erhalten bleiben. „Sofern die genannten Punkte von den verhandelnden Seiten akzeptiert werden sollten, ist die CSU-Fraktion der Ansicht, dass das Erbbaurecht an den aktuellen Pächter ausgesprochen werden kann“, heißt es in dem Antrag. (aat)

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