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Ulm/Neu-Ulm

22.01.2019

Foodsharing: Jeder kann etwas tun gegen Verschwendung

Foodsaver retten Lebensmittel.
Bild: Daniel Karmann, dpa

Gut, dass es die Essensretter gibt. Schlimm, dass es sie geben muss. Vor allem Kunden von Händlern in Ulm und Neu-Ulm müssen sich Vorwürfe gefallen lassen.

Gut, dass es sie gibt. Gut, dass so viele Händler und Wirte in Neu-Ulm mit den Essensrettern kooperieren – mehr sogar, als das System Foodsharing aufnehmen kann. Aber: Es ist schlimm, dass es die Essensretter überhaupt geben muss. Sie helfen nicht nur mit, dass weniger Lebensmittel weggeworfen werden. Die Ehrenamtlichen können auch beim Umdenken helfen. Die Ursache für manche Foodsharing-Einsätze in Ulm und Neu-Ulm wird immer bestehen bleiben. Andere Gründe sind dagegen überflüssig. Ob sie tatsächlich wegfallen, haben die Kunden in der Hand.

Lesen Sie auch den Artikel: Foodsharing: Damit Essen nicht im Abfall landet

Dass warme Gerichte in einer Schulmensa übrig bleiben oder dass ein Lokal nach Feierabend noch ein paar Mahlzeiten übrig hat, lässt sich kaum vermeiden – genauso wie nicht verkauftes Gemüse im Rekord-Sommer. Mal sind zwei Dutzend Schüler krank, mal kommen weniger Gäste als an einem üblichen Abend. Und irgendwann bekommen Bauern ihre Gurken und Tomaten einfach nicht mehr los. Doch in vielen Bäckereien werden wenige Minuten vor Ladenschluss noch neue Semmeln aufgebacken. Der Kunde will es so. Wenn er das, was er kaufen möchte, nicht mehr in der Auslage findet, dann nimmt er nicht etwas anderes – er geht. Das ist die Erfahrung der Bäcker, wie die Essensretter aus Gesprächen mit ihren Partnern berichten.

Gut, dass die übrigen Lebensmittel nicht im Müll landen. Doch ein wirklich verantwortungsbewusster Umgang mit Rohstoffen würde bedeuten, dass viel weniger übrig bleibt als die Massen, die Essensretter an vielen Tagen abholen. Ein Vorwurf, den sich vor allem Kunden gefallen lassen müssen. Sie müssen akzeptieren, dass es den gewohnten Überfluss nicht in jeder Minute und an jedem Tag geben kann. Was auch helfen könnte, ist mehr Mut der Unternehmer: Sie könnten den Kunden mehr Chancen zum Umdenken geben, indem sie ihre Waren öfter ausgehen lassen.

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