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Ulm/Neu-Ulm

25.05.2020

Forderung: Schluss mit dem Corona-Wirrwarr in Ulm und Neu-Ulm

Die Donau verbindet und trennt die Region. Die Grenze war und ist durch Corona-Verordnungen deutlich wie selten zu spüren.
Bild: Alexander Kaya

Mit einem länderübergreifenden Vorstoß wollen die regionalen Handelskammern einheitliche Regelungen.

Die Unterschiede der Corona-Verordnungen in Bayern und Baden-Württemberg sorgten in den vergangenen Wochen für Verwunderung: Innengastronomie in Ulm offen, in Neu-Ulm geschlossen. Eisverkauf in Neu-Ulm erlaubt. Aber nicht in Ulm. Mit derartigen Verwirrungen soll jetzt Schluss sein: Die Industrie- und Handelskammern (IHKs) aus Ulm und Augsburg fordern bei Corona-Maßnahmen Gleichklang zwischen den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg künftig Gleichklang.

Gleiche Wettbewerbsbedingungen in Ulm und Neu-Ulm

Die benachbarten IHKs sehen in einem möglichst einheitlichen Vorgehen bei den Lockerungen von Anti-Corona-Maßnahmen Vorteile für alle Beteiligten. Den Vertretern beider IHKs zufolge kann die Politik so gleich drei Ziele erreichen: die Akzeptanz in staatliche Entscheidungen stärken, den Unternehmen gleiche Wettbewerbsbedingungen bieten und den Bürgern unnötige Wege ersparen.

„In der ersten Phase der Corona-Krise, also der Zeit des wirtschaftlichen Lockdowns, war Geschwindigkeit entscheidend. Da haben beide Bundesländer sehr rasch gehandelt. Das war hilfreich, gerade bei der Entwicklung von Fördermaßnahmen wie der Soforthilfe“, sagt Andreas Kopton, Präsident der IHK Schwaben. Beim Hochfahren der Wirtschaft brauche es neben branchenspezifischen Fahrplänen auch ein abgestimmtes Vorgehen über Ländergrenzen hinweg. Nur so könne das Drehkreuz der Technologieachse Süd gemeinsamer Impulsgeber bleiben. Diese Verkehrs- und Wirtschaftsachse zieht sich quer durch Süddeutschland, von Karlsruhe bis ins niederbayerische Chemiedreieck

Forderung: Schluss mit dem Corona-Wirrwarr in Ulm und Neu-Ulm

Dass die die Wirtschaftsministerien beider Bundesländer bislang ein offenes Ohr für die Sorgen der Unternehmen hatten erklärte sein Kollege aus Ulm, Jan Stefan Roell, Präsident der IHK Ulm. „An sehr vielen Stellschrauben hat die Politik schnell und unbürokratisch gedreht. Umso wichtiger ist es jetzt, dass auf beiden Seiten der Grenze die Eigenverantwortung der Unternehmen stärker ins Zentrum rückt.“ Die Grundlage dafür hätten die letzten Wochen gelegt: „Händler und Gastronomen haben bewiesen, dass sie branchenspezifische Konzepte konsequent und kreativ umsetzen können.“ Die laufenden Betriebskosten seien derzeit für die meisten Unternehmen, trotz Hilfspaketen und Kurzarbeitergeld, eine starke Belastung. Die IHKs fordern weiterhin, dass alle Unternehmen, die Corona-konforme Konzepte anbieten, wieder wirtschaften dürfen. Dazu gehören dann auch sorgfältige Kontrollen der Hygienemaßnahmen, damit nicht einige Nachlässige den Wiederstart der Wirtschaft behindern.

Die Corona-Krise stelle alle Betroffenen vor noch nie dagewesene Herausforderungen – die Politiker, die Bürger und die Unternehmen. Umso wichtiger sei es beim schrittweisen Re-Start gemeinschaftlich zu agieren, betont Kopton: „Die Hotellerie, der Tourismus und das Veranstaltungs- und Messewesen stehen bereit für einen Re-Start.

Grenzüberschreitende Zeitpläne wären ein gemeinsames Zeichen für die gebeutelte Wirtschaft. Denn auch Öffnungspläne, die ein bis drei Wochen voneinander abweichen, spürten die Unternehmen. „Da kommt es auf jeden Tag an.“ (az)

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