Newsticker

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Madrid und ins Baskenland
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Freie Wähler im Kreis sind gegen den Nuxit

Landkreis Neu-Ulm

08.03.2018

Freie Wähler im Kreis sind gegen den Nuxit

Die Freien Wähler im Kreis halten nicht viel vom geplanten Nuxit.
Bild: Alexander Kaya

Mitglieder sprechen sich bei ihrer Versammlung gegen die Abnabelung Neu-Ulms aus. Für die anstehenden Wahlen fehlen noch Kandidaten.

Für die Freien Wähler im Landkreis hat die Suche nach Kandidaten für die im Herbst stattfindenden Landtags- und Bezirkstagswahlen begonnen. Um ein Mandat im Landtag wird sich der Kreisvorsitzende Wolfgang Schrapp bewerben. Den Weg dafür frei gemacht hatte Marita Kaiser, die nach eigener Aussage diese Ämter in ihre weitere Lebensplanung nicht einbeziehen könne. Für einen Sitz im Bezirkstag bewirbt sich Dieter Wegerer. Schrapp sagte, er habe auf der Suche nach Kandidaten eine Menge Absagen bekommen. Entmutigen lassen wolle er sich aber nicht. Noch in diesem Monat müssen die Direktkandidaten feststehen.

Im Landkreis seien die Freien Wähler als politische Kraft fest etabliert, sagte Schrapp bei der Mitgliederversammlung in Bellenberg. „Wir werden nicht mehr belächelt, wir haben es im Bezirk und im Land weit gebracht.“ Manche Initiativen, die von den Mitgliedern angestoßen worden seien, würden sich andere an die Brust heften oder einfach vom Tisch wischen. „Unser Bestreben ist es, nah beim Bürger zu sein.“

In seinem Rückblick ging Schrapp ausführlich auf den geplanten Ausstieg der Stadt Neu-Ulm aus dem Landkreis ein. Vor allem warnte er davor, dass Randgemeinden wie Elchingen und Nersingen von Neu-Ulm eingemeindet werden könnten. Unterstützung erhielt er vom Weißenhorner Kreistagsmitglied Jürgen Bischof. Wenn auch die Kreisfreiheit von der Mehrheit im Neu-Ulmer Stadtrat favorisiert werde, so seien damit „gravierende Nachteile vor allem für die Randgemeinden verbunden“. Diese seien dann abgehängt. Zumal ein Drittel der Einwohner des Kreises in Neu-Ulm wohne. Die Stadt sei das Herz des Landkreises, sagte Bischof.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Ein weiterer Nachteil des Nuxits: Die Städte müssten die Verantwortung für die Schulen übernehmen. Die Neu-Ulmer Stadträtin Christina Richtmann kündigte ein Ratsbegehren an, um den Nuxit zu verhindern. Bischof sprach sich zudem für eine weitere Abwärmenutzung des Müllkraftwerks aus, auch sei eine Neukalkulation der Entsorgungsgebühren fällig. Ferner denkt er an eine Fernwärmeversorgung für Berufsschule und Fachoberschule in Neu-Ulm. In den vergangenen Jahren, sagte Bischof, habe man viel Geld in das Illertal-Gymnasium in Vöhringen und das Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium in Weißenhorn gesteckt. Für die Illertisser Realschule und das Kolleg der Schulbrüder stehe eine Erweiterung an. Es sei zu überlegen, ob der Neubau des Lessing-Gymnasiums Neu-Ulm verschoben werden könne, der Gebäudezustand sei so schlecht nicht.

Der Fraktionssprecher der Freien Wähler im Kreistag, Kurt Baiker, rückte die Situation der Krankenhäuser in den Fokus. Alle drei Kliniken blieben erhalten, wobei das Illertisser Haus zu einem Ärztezentrum werden soll, um Synergie-Effekte zu nutzen. Ein Standbein werde die Geriatrie bleiben, wenn sie auch rote Zahlen schreibe. Kritik übte er an der Politik in Berlin, die Klinikstrukturen verordne, die dann ohne Wenn und Aber an die Kommunen weitergeleitet würden.

Der Vertreter der Jungen Freien Wähler, Markus Heidl, hat sich vorgenommen, bei jungen Menschen wieder mehr Begeisterung für die Kommunalpolitik zu wecken, vor allem aber, sich um mehr Nachwuchs zu mühen. Dringend notwendig sei die Gründung eines Forums, das sich der Wohnungssituation im Kreis annimmt. Im Blick habe er dabei die Neu-Ulmer Wohnungsbaugesellschaft Nuwog.

Als Schatzmeister der Freien Wähler im Kreis und als Verantwortlicher für die Finanzen der Kreisvereinigung in Bayern wurde noch Helmut Unglert gewählt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren