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Neu-Ulm/Bamberg

19.01.2021

Frische Drogen aus "Lenas Bioladen": Anklage gegen Betreiber eines Darknet-Shops

Massenweise Marihuana wurde von Neu-Ulm aus verschickt.
Foto: Symbolbild: Alexander Kaya

Plus Die Polizei lässt einen Rauschgiftshop im Darknet auffliegen. Ein Briefkasten in Neu-Ulm spielt eine zentrale Rolle. Jetzt wurde Anklage erhoben.

Mehr als 51 Kilogramm Marihuana sollen mutmaßliche Drogendealer im Internet verkauft haben. Gegen zwei Männer und eine Frau wurde nun Anklage erhoben, wie die Zentralstelle Cybercrime Bayern am Dienstag in Bamberg mitteilte. Ihnen drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis. Im Mittelpunkt steht ein Briefkasten in Neu-Ulm.

Auf die Spur der Verdächtigen, ein 42-Jähriger aus dem Alb-Donau-Kreis und ein 32-Jähriger Mann aus dem Zollernalbkreis, kamen die Ermittler im Darknet - einem Bereich des Internets, in dem sich Nutzer fast anonym bewegen können. Dort werden oftmals auch Waffen, Falschgeld, Kinderpornos und illegale Daten ausgetauscht.


Drogen aus "Lenas Bioladen" heißen „Lenas Cheese“ oder „Lenas Hawaiian Snow“

Unter dem Namen "Lenas Bioladen" sollen sie auf drei Plattformen einen Drogenhandel betrieben haben. Dort "konnten Käufer aus ganz Deutschland sowie dem benachbarten Ausland Cannabisprodukte bestellen, die ihnen dann auf dem Postweg zugestellt wurden", erklärten die Ermittler. Unter Handelsnamen wie „Lenas Cheese“ oder „Lenas Hawaiian Snow“ hätten die Männer kiloweise Marihuana über „Lenas Bioladen“ verkauft und ausgeliefert.

Briefkasten in Neu-Ulm spielt zentrale Rolle

Zwischen September 2017 und März 2020 sollen die Angeklagten 8723 Drogenpäckchen verschickt haben - zwischen 16 und 48 Sendungen pro Werktag und größtenteils über einen Briefkasten in Neu-Ulm. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie mit dem Laden mehr als 740.000 Euro verdienten. Sie sollen einen Gesamtumsatz im Millionenbereich gemacht haben. Warum sie ihre Ware in Neu-Ulm verschickten, ist den Ermittlern nicht bekannt.

Die beiden Männer im Alter von 32 und 42 Jahren sitzen seit Ende Juli in Untersuchungshaft. Inzwischen haben die Ermittler auch die 34-jährige Ehefrau eines der Verdächtigen im Visier, die vor allem Drogenpäckchen zur Post gebracht haben soll. Dem Trio wird bandenmäßiges Handeln mit Betäubungsmitteln vorgeworfen. Das Gesetz sieht hierfür eine Freiheitsstrafe von fünf bis 15 Jahren vor. (mit dpa/moe)

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