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Neu-Ulm

01.08.2018

Frischekur für die Festungsanlagen

Das Dach der Caponniere 6 im Glacis West ist im Zweiten Weltkrieg durch eine abgeworfene Bombe beschädigt worden. Jetzt soll der Dachschaden behoben werden.
Bild: Alexander Kaya

Teile der Festungsanlagen in Neu-Ulm sind stark beschädigt. Zwei größere Maßnahmen sind schon in Planung. Der CSU-Fraktion geht das nicht schnell genug.

Die Neu-Ulmer Festungsanlagen haben schon ganz schön viele Jahre auf dem Buckel: Sie wurden in den Jahren 1842 bis 1859 erbaut. Dementsprechend pflegebedürftig sind die historisch wertvollen Bauwerke. Neben der Instandhaltung sind – je nach Anlagenteil – bisweilen größere Arbeiten zur Instandsetzung notwendig. Das geht aus einem Zustandsbericht hervor, der im jüngsten Ausschuss für Hochbau und Bauordnung vorgestellt wurde. Manche der Arbeiten wurden bereits durchgeführt, zwei weitere größere Maßnahmen sind schon in Planung. Der CSU-Fraktion geht das allerdings nicht schnell genug.

Den Antrag auf einen Zustandsbericht hatte die CSU-Stadtratsfraktion bereits im Oktober 2016 eingereicht. Dessen Erstellung hatten jedoch Personalengpässe, die Aufarbeitung von Rückständen und umfangreiche Bauvorhaben bislang verzögert. In dem nun veröffentlichten Bericht heißt es: „Die Bauwerke sind generell in einem Zustand, der eine Instandhaltung, Pflege und laufende Bauunterhaltsmaßnahmen erforderlich macht. Insbesondere der Bewuchs auf und bei den Gebäuden fügt diesen großen Schaden zu.“ Wurzeln der wildwachsenden Bäume und Büsche sind teilweise in das Gewölbe eingedrungen und haben undichte Stellen verursacht. Das Mauerwerk weist zum Teil Fehlstellen auf; manche Fenster, Tote und Türen sind überholungsbedürftig.

Generell stehen für den Unterhalt der Bauwerke jährlich 80000 Euro zur Verfügung, größere Einzelmaßnahmen werden jeweils extra angemeldet und abgerechnet. Allerdings sei in den vergangenen Jahren angesichts der „eingeschränkten finanzielle als auch personellen Ressourcen ein Mindest-Bauunterhalt geleistet“ worden.

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Vor allem im Bereich der Caponniere 4 hat sich in den vergangenen zwei Jahren schon einiges getan: Unter anderem wurde eine Toilette eingebaut, die Latrinenanlage im Hof überdacht und mehr Sonnenschirme aufgestellt. Derzeit stehen zwei weitere größere Maßnahmen an: An der Caponniere 6 im Glacis West soll der Dachschaden behoben werden. Dieser geht auf einen bislang nicht reparierten Bombentreffer aus dem Zweiten Weltkrieg zurück. Seitdem kann an der Stelle ständig Wasser eintreten. Deshalb muss das Gebäude auch ordentlich trocken gelegt werden. Derzeit plant die Verwaltung, 2019 die Mittel im Haushalt anzumelden und die Arbeiten ab 2020 umzusetzen. Eine Kostenschätzung gibt es hier noch nicht. Etwa 250000 Euro – das ist schon absehbar – wird die Erneuerung des Dachs im Ausfallhof hinter der Caponniere 8 in der Schützenstraße kosten. Das ist dringend notwendig: Die Überdachung ist einsturzgefährdet.

Bereits einen Tag vor der Sitzung hat die CSU-Stadtratsfraktion schon einen neuen Antrag zum Thema Bundesfestung bei der Stadt Neu-Ulm eingereicht: Bezug nehmend auf den Zustandsbericht drängen die Politiker darauf, den Bereich der Caponniere 6 sowie der Poterne 6 bereits im kommenden Jahr und nicht wie geplant erst 2020 in Angriff zu nehmen. „Das Mauerwerk und das Dach dieser Anlagenteile sind bereits so stark durch Wildbewuchs und Feuchtigkeit geschädigt, dass die Sanierung nicht länger geschoben werden darf“, begründet die Fraktion ihr Gesuch. Durch die Löcher im Dach würde sich die Feuchtigkeit innerhalb der Anlagen stetig verstärken und auch die „städtischen technischen Anlagen und Geräte, die dort für Veranstaltungen gelagert werden müssen“ würden immer mehr in Mitleidenschaft gezogen. Hohe Folgekosten könnten hinzu kommen.

Deshalb soll der Wildwuchs nun so schnell wie möglich entfernt und anschließend ein Plan zur Außen- und Innensanierung erarbeitet werden, so die Forderung der CSU-Fraktion. „Wir wollen damit dafür Sorge tragen, dass das Wenige an altem Kulturgut beziehungsweise alter Architektur, das Neu-Ulm zu bieten hat, nicht zerfällt und Stück für Stück der Sanierung zugeführt wird.“

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