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15.06.2009

"Führerschein-Tourismus" bringt nichts

Ulm (AZ) - So mancher deutscher Autofahrer, der hierzulande den Führerschein eingebüßt hatte, beschaffte sich in der Vergangenheit in einem anderen europäischen Land "Ersatz". Mit diesem Führerscheintourismus ist seit Kurzem dank einer EU-Richtlinie Schluss. Darauf weist der Arbeitskreis Verkehrssicherheit Alb-Donau/Ulm hin.

Sie soll es unmöglich machen, entzogene Führerscheine auf Umwegen durch Dokumente aus anderen EU-Ländern zu ersetzen. Betroffen sind auch Führerscheine, die vor dem 19. Januar 2009 ausgestellt wurden, während der Betroffene tatsächlich überwiegend in Deutschland lebte. Und das überprüfen die Behörden bei Kontrollen genau.

Kurz gesagt: Wer hier lebt, für den gilt das deutsche Fahrerlaubnisrecht. Und deshalb darf er nach dem Entzug seiner Fahrerlaubnis eben nicht mehr ans Steuer. Auch nicht mit einem Führerschein aus einem anderen EU-Land. Schließlich wurde ihm der deutsche Führerschein genommen, weil er als ungeeignet zum Führen eines Kraftfahrzeugs gilt. Und genau dieser Gefahr wirkt der Entzug der Fahrerlaubnis entgegen. Schnell in einem anderen EU-Land die Prüfung abzulegen und sich so einen Ersatz zu beschaffen, bringt also nichts. Denn auch dieser Führerschein berechtigt während der Sperrfrist hier nicht zum Fahren. Wer es dennoch tut, handelt sich schnell ein Strafverfahren ein und verzögert die Wiedererteilung weiter. Dazu droht nach einem Unfall Ärger mit der Versicherung.

Die Einzigen, denen Führerscheintourismus nutze, seien Fahrschulen im Ausland, erläutert der Arbeitskreis. Diese gingen mit teilweise dubioser Werbung auf Kundenfang. Wer Zweifel habe, solle sicher gehen und sich an die örtliche Führerscheinstelle wenden.

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