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16.03.2009

Führungskrise bei der CSU beigelegt

Weißenhorn Nach dem Rückzug von Alexander Engelhard vom Posten des Vorsitzenden und mehrmonatiger Vakanz hat der CSU-Ortsverband seit Freitag wieder einen neuen Chef: 31 der 125 Mitglieder starken Partei wählten bei der Jahreshauptversammlung im eigens für die Veranstaltung geöffneten Gasthaus "Zum Hasen" den Arzt und ärztlichen Stiftungsdirektor der drei Kreiskliniken, Johannes Kleber, zum neuen Vorsitzenden. Damit einhergehend fand eine deutliche Verschlankung der Vorstandschaft statt. Anstatt bislang drei (Rene Barth, Anton Ederle und Sebastian Knaur) hat der Parteivorsitzende jetzt mit Franz Josef Niebling nur noch einen Stellvertreter. Neu ist auch, dass der Vorstand ausschließlich aus Männern besteht: Katja Engelhard und Kornelia Raschke legten ihre Ämter als Kassiererin und Schriftführerin nieder. Ihnen folgten Johannes Deil und Alfred Haas nach.

In einer fulminanten Vorstellungsrede kündigte der designierte Vorsitzende Kleber an, dass er frischen Wind in die Partei blasen will. "Wir können keine Mitglieder brauchen, die nur ihre eigenen Interessen verfolgen." Er halte sich selbst nicht für den "geeignetsten Kandidaten, aber ich bin bereit, für die Partei zu arbeiten." Als ihn Axel Janischowski zum ersten Mal angesprochen habe, sei für ihn klar gewesen, sich "selbstverständlich" zur Verfügung zu halten. Zuerst will der Vater von drei Kindern und Vorsitzende einer nicht-schlagenden akademischen Verbindung in Ulm den Blick "nach Innen" richten: "Die CSU muss was tun, Farbe bekennen und Farbe tragen." Das habe die Partei die letzten Jahre versäumt.

Der 43 Jahre alte Mediziner, der nach eigenem Bekunden eine Vorliebe für Innereien hat und kaltes Bier bevorzugt, ließ seinen Worten schon wenige Minuten nach seiner Berufung gleich Taten folgen: Als sich partout kein Christsozialer für den Posten des Schriftführers bereitstellen wollte, erinnerte er die Versammlung mit großem Nachdruck an seine zuvor geäußerten Worte.

Der kommissarische Vorsitzende Sebastian Knaur hatte eingangs Kritik an den Mitgliedern des Ortsverbands geübt, die bei einem Wahlkampf-Frühschoppen in großer Zahl durch Abwesenheit geglänzt hatten. Auch am Kreisverband hatte er etwas auszusetzen: Die versprochene Erstattung von Wahlkampfausgaben sei bis heute noch nicht eingegangen.

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Von hohem Interesse für die Mitglieder waren auch die Umstände, die dazu geführt haben, dass Alexander Engelhard sein Amt als Vorsitzender niedergelegt und sich der PWG-Fraktion angeschlossen hat - obwohl er nach wie vor Mitglied der CSU ist. Engelhard, der bei der Kommunalwahl Stimmenkönig geworden war, erklärte, dass er gerne das Amt des Zweiten Bürgermeisters bekleidet hätte. Allerdings sei er enttäuscht gewesen, dass die Fraktion nicht hinter ihm gestanden sei. Für die Fraktion ließ Stadtrat Axel Janischowski wissen, dass es in der Gruppierung "unterschiedliche Auffassungen" gegeben habe. Die Chancen für Engelhard seien zu Beginn "fifty-fifty" gestanden - zum Schluss sei aber Alfred Haas mit großer Mehrheit gewählt worden.

Die Wahlen leitete mit gewohnter Souveränität der Landratsstellvertreter Herbert Pressl, dem seine "Sekretärin" Beate Altmann sekundierte.

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